Kohlendioxid-Lagerung: CO2-Lager im Meeresgrund: Dänemark feiert Regelbetrieb
Schon seit mehreren Jahren wird in Dänemark die Lagerung von CO2 im Meeresgrund getestet.
Jetzt geht das Projekt „Greensand“ laut der Verantwortlichen in den Regelbetrieb.
Am Ziel ist es noch nicht.
Dänemarks König Frederik X. eröffnet am Freitag (11.45 Uhr) in der Hafenstadt Esbjerg offiziell eine Lagerstätte für Kohlendioxid im Meeresgrund.
Seit 2023 wird in der dänischen Nordsee bereits die CO2-Einlagerung auf dem ausgeförderten Ölfeld Nini West getestet.
In der Pilotphase des Projekts „Greensand“ landeten jährlich rund 15.000 Tonnen verflüssigtes Kohlendioxid in dem Lager in rund 1.800 Metern Tiefe.
Künftig sollen im Regelbetrieb zunächst bis zu 400.000 Tonnen pro Jahr zu der ausgedienten Ölplattform transportiert und im Meeresgrund gespeichert werden.
Die Technologie heißt Carbon Capture and Storage (CO2-Abscheidung und -Einlagerung), kurz CCS, und funktioniert so: CO2 wird etwa bei Industrie-Prozessen eingefangen, zu einer unterirdischen Lagerstätte gebracht und dort dauerhaft gespeichert.
Experten schätzen die Methode als sicher ein, Umweltschützer haben Bedenken - auch, weil sie fürchten, dass die Technologie dazu anregt, schädliche Treibhausgase eher verschwinden zu lassen als Emissionen ehrgeizig an der Quelle zu reduzieren.
Im Meeresgrund : Platz für Millionen Tonnen CO2 pro Jahr Eine Anlage zur kommerziellen Speicherung von CO2 existiert bereits vor der Küste Norwegens.
Bei dem Projekt in der Nordsee vor Dänemark arbeitet der britische Chemiekonzern Ineos mit Harbour Energy und dem staatlichen dänischen Unternehmen Nordsøfonden zusammen.
Nach Angaben der Verantwortlichen ist „Greensand“ die erste Speicherstätte in der EU, in der im industriellen Maßstab CO2 gelagert wird.
Vier bis acht Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich können es werden.
Doch selbst das sei in einer europäischen Perspektive „unfassbar wenig“, sagte der dänische Professor für nachhaltige Energieplanung, Brian Vad Mathiesen, von der Universität Aalborg. „Wenn wir klimaneutral werden wollen, sind wir darauf angewiesen, CO2 auf die eine oder andere Art zu lagern“, erklärte der Experte.
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