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Kultur

Mehr als 35 Jahre nach Tschernobyl: Welche Waldpilze immer noch radioaktiv belastet sind

Stern ·
Mehr als 35 Jahre nach Tschernobyl: Welche Waldpilze immer noch radioaktiv belastet sind

Auch drei Jahrzehnte Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl sind manche Waldpilze immer noch radioaktiv belastet Wo ist die radioaktive Belastung der Waldpilze am höchsten? Bei der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl im Jahr 1986 wurden zahlreiche radioaktive Substanzen freigesetzt, darunter das Isotop Cäsium-137.

Große Mengen der strahlenden Partikel gelangten mit dem Wind bis nach Deutschland und lagert sich vor allem in Südbayern und dem Bayerischen Wald ab.

Dort ist die Belastung rund zehnmal höher als Norddeutschland.

Welche Pilzarten sind besonders stark betroffen? In Getreide, Kartoffeln und Gemüse liegt die radioaktive Belastung meist unter 1 Becquerel pro Kilogramm (Bq/kg) und ist damit sehr gering.

In manchen Pilzarten in Südbayern und dem Bayerischen Wald kann sie hingegen mehrere 1000 Bq/kg betragen.

Besonders hoch ist sie im Rotbraunen Semmelstoppelpilz mit 2800 Bq/kg und dem Orangefarbenen Schneckling (2400 Bq/kg).

Auch der bei Pilzsammlern sehr beliebte Maronenröhrling steht sehr weit oben auf der Liste der bedenklichen Waldpilzarten.

Mit 1300 Bq/kg liegt er auf einer Stufe mit dem ebenfalls bekannten Semmelstoppelpilz, wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in seiner aktuellen Übersicht angibt.

Radioaktivität: In Südbayern sind Maronenröhrlinge häufig stark belastet Geringer ist die radioaktive Belastung von Pfifferlingen (610 Bq/kg) und Birkenreizkern (280 Bq/kg), aber auch Steinpilze können noch mehrere hundert Bq/kg aufweisen.

Pilze aus Pilzkulturen sind hingegen nur wenig oder gar nicht belastet.

Warum sind gerade Waldpilze betroffen? In landwirtschaftlich genutzten Böden bindet sich das radioaktive Cäsium-137 sehr stark an die dort vorhanden Tonminerale.

Waldböden sind hingegen meist von einer Streuschicht aus Blättern, Nadeln und anderem organischen Material überzogen.

Mikroorganismen machen machen das vorhandene Cäsium in den oberen Bodenschichten schnell wieder verfügbar, sodass es von Pflanzenwurzeln und Pilzmyzelien leicht aufgenommen wird und nicht bis in die tieferen Tonschichten gelangt.

So bleibt das Isotop weiter im biologischen Kreislauf.

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