Geheimes Doppelleben - Pussy-Riot-Aktivistin spionierte für Putin
Moskau – Die ehemalige Pussy-Riot-Aktivistin Rita Flores hat jahrelang für den russischen Inlandsgeheimdienst FSB spioniert! Das berichtet die Künstlerin jetzt selbst in einem ausführlichen Interview beim russischen Oppositionsmedium Port. Doch freiwillig sei sie nicht zur Agentin geworden, erzählt Flores.
Nach einer Wohnungsdurchsuchung im Februar 2023 hätten zwei FSB‑Agenten sie unter Druck gesetzt und mit einem Strafverfahren wegen ihrer Posts über Russlands Massaker im ukrainischen Butscha gedroht. Außerdem hätten die Agenten ihr gedroht, dass sie „niemals beweisen“ könnte, wer ihre „Mutter getötet hat“, berichtete die Aktivistin im Interview. Der Druck wirkte. Wenig später habe sie dann den Vertrag mit dem FSB unterschrieben.
Von da an führte Flores ein Doppelleben! Der FSB gab ihr den Decknamen „Harley“. Zunächst sollte sie Dossiers über Künstler anlegen, später Menschen aus ihrem eigenen Umfeld ausspionieren. Der Geheimdienst habe wissen wollen, mit wem sie Umgang hatten, wer zu ihrer Familie gehörte und welche Schwächen man gegen sie ausnutzen könne. Sie behauptet jedoch, die Aufträge immer wieder sabotiert zu haben. Mit manchen Freunden habe sie absichtlich Streit angezettelt und den Kontakt abgebrochen, um dem FSB nichts mehr liefern zu müssen, so Flores.
Im Sommer 2025 soll dann der Auftrag gekommen sein, der für sie alles veränderte. Flores sollte den Verleger des Oppositionsportals Mediazone und Ex-Sprecher von Pussy Riot, Pjotr Wersilow (38), nach Serbien locken. Dort sollten russische Agenten ihn entführen und töten. Das war zu viel! Statt den Auftrag auszuführen, habe sie sich an den im Exil lebenden Menschenrechtsanwalt Dmitri Sachwatow (39) gewandt und begonnen, ihren Ausstieg vorzubereiten.
Inzwischen ist sie aus Russland geflohen. Flores macht die Geschichte aus einem Grund öffentlich: Sie wolle anderen helfen, die ebenfalls vom FSB angeworben worden sind. Ihr Appell: „Ich bin ein lebendes Beispiel dafür, dass man einfach den richtigen Leuten Bescheid sagen muss, und sie werden euch hundertprozentig helfen.“ Die Vorwürfe von Flores, insbesondere der angebliche Plan gegen Wersilow, sind bislang nicht unabhängig bestätigt.
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