Zeuge belastet Musik-Mogul - Neue Vorwürfe gegen „Diddy“ im Tupac-Prozess
Las Vegas – Fünfter Tag im Tupac-Mordprozess gegen Duane „Keffe D“ Davis (63) und erneut fällt der Name Sean „Diddy“ Combs (56)! Erst hörten die Geschworenen am Tag zuvor von einem angeblichen Millionen-Kopfgeld auf Tupac Shakur (†25) und Suge Knight (61). Jetzt kam heraus: Ein Anwalt von Diddy soll versucht haben, gegen eine Doku über den spektakulären Mordfall vorzugehen.
Davon berichtete True-Crime-Produzent Mike Dorsey im Zeugenstand. Sein Film „Murder Rap“ (erschien 2015) basiert auf dem gleichnamigen Buch des ehemaligen LAPD-Ermittlers Greg Kading und beschäftigt sich mit den Morden an Tupac und Notorious B.I.G. In der Doku geht es auch um die schweren Anschuldigungen, die „Keffe D“ 2008 in einem geheimen Polizei-Verhör gegen Diddy erhoben hatte.
Für Dorsey war die Veröffentlichung nicht ohne Risiko. „Ich hatte Angst um meine eigene Sicherheit, weil wir ein Mitglied einer gewalttätigen Straßengang des Mordes beschuldigten.“
Auch finanziell habe er Bedenken gehabt: „Wir legten uns mit jemandem an, der damals auf dem Weg war, Milliardär zu werden.“ Und tatsächlich: Nach Erscheinen des Films meldete sich ein Anwalt von Diddy. Sein Vorwurf: Die Doku sei „verleumderisch gegenüber seinem Mandanten“. Dann die Forderung: Der Film müsse innerhalb von fünf Werktagen von Apple TV entfernt werden.
Doch Dorsey weigerte sich: „Wir sagten: Nein, wir lassen den Film online.“ Das juristische Risiko habe bei ihm als Produzent gelegen. „Ich bin derjenige, der verklagt wird, nicht Apple.“
Doch die Klage kam nie. „Das war das Letzte, was wir davon gehört haben.“ Auf die Frage, ob Diddy ihn letztlich verklagt habe, antwortete er: „Nein.“
Genau diese alten Aussagen über den Mord an Tupac holen Duane „Keffe D“ Davis (63) jetzt vor Gericht ein. Die Staatsanwaltschaft sieht darin belastende Geständnisse. Die Verteidigung behauptet dagegen: Davis habe seine Geschichten für Geld und Aufmerksamkeit erfunden oder ausgeschmückt.
Damit beschäftigte Diddy die Geschworenen bereits den zweiten Tag in Folge. Am Donnerstag hatte der pensionierte LAPD-Ermittler Daryn Dupree von Davis’ brisantem Vorwurf berichtet: Combs habe eine Million Dollar für den Tod von Tupac und Suge geboten. Das Geld sollte demnach über Eric „Von Zip“ Martin an Davis gelangen – angekommen sei es jedoch nie.
Wichtig: Die Ermittlungen lieferten keine Beweise für eine Beteiligung von Sean „Diddy“ Combs an einem Mordkomplott gegen Tupac oder Suge Knight.
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