Praktisch oder gefährlich? - KI versendet E-Mails über Gmail selbstständig
Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Spielzeug für Technik-Fans. Sie schreibt Texte, fasst lange Dokumente zusammen, plant Termine oder hilft beim Verfassen von Nachrichten. Für viele gehört sie damit schon ganz selbstverständlich zum digitalen Alltag. Doch KI-Systeme übernehmen inzwischen auch immer mehr Aufgaben selbst. Dazu gehört jetzt auch Claude: Der KI-Assistent von Anthropic kann E-Mails in Gmail nicht nur schreiben, sondern auf Wunsch direkt verschicken.
Anthropic hat die neue Funktion über den offiziellen Claude-Account auf X angekündigt. Demnach können Nutzer Claude zum Beispiel auffordern, auf eine vorhandene E-Mail zu antworten. Die KI formuliert daraufhin die Nachricht und kann sie anschließend direkt verschicken. Claude handelt dabei nicht eigenständig: Der Nutzer muss dem KI-Assistenten sagen, auf welche E-Mail er antworten soll.
Standardmäßig fragt Claude vor dem Versand zur Sicherheit noch einmal nach. Diese Bestätigung ist bei Team- und Enterprise-Konten aber optional und kann abgeschaltet werden. Ist die Funktion deaktiviert, verschickt Claude E-Mails direkt ohne weitere Zustimmung.
Gerade weil KI-Agenten nicht unfehlbar sind, birgt der automatische Versand ohne erneute Zustimmung womöglich ein Risiko: Eine fehlerhafte Mail kann schnell beim falschen Empfänger landen.
Claude kann in Gmail aber noch mehr als nur Mails versenden: Nachrichten suchen, den Posteingang sortieren und E-Mail-Verläufe verwalten. Eine Einschränkung gibt es bei Anhängen: Claude sieht nur die Dateiangaben, den Inhalt kann die KI nicht auslesen.
Ganz neu ist der direkte E-Mail-Versand durch eine KI nicht. Auch ChatGPT von OpenAI kann über ein verbundenes Gmail- oder Outlook-Konto Nachrichten erstellen und direkt verschicken. Ob vorher eine Bestätigung nötig ist, hängt von den Freigaben ab.
Bei Googles Gemini in Gmail läuft es bislang anders. Die KI kann neue Nachrichten oder Antworten formulieren, auf „Senden“ muss der Nutzer anschließend aber selbst klicken. Ähnlich ist es bei Copilot in Outlook: Microsofts KI erstellt den E-Mail-Entwurf, den Versand übernimmt danach der Nutzer.
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