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Außenminister Wadephul in der Ukraine: Eindrucksvoller Symbolbesuch

Tagesschau (ARD) ·
Außenminister Wadephul in der Ukraine: Eindrucksvoller Symbolbesuch

Reportage Wadephul in der Ukraine Eindrucksvoller Symbolbesuch Stand: 24.08.2026 • 03:41 Uhr

Sein Besuch sollte ein Symbol der deutschen Verbundenheit mit der Ukraine sein. Doch der Krieg und dessen Folgen vor Ort erinnern Bundesaußenminister Wadephul daran, was das Land am Dringendsten braucht: Abwehrraketen.

Es sollte vor allem ein symbolischer Besuch sein, Johann Wadephuls vierte Reise in die Ukraine, seitdem er Außenminister ist. Ein Symbol der Verbundenheit und der Verlässlichkeit, mit dem Ziel, zu Hause in Deutschland möglichst viel Aufmerksamkeit auf den andauernden Krieg Russlands gegen die Ukraine zu lenken. "In dieser historischen Situation, und es ist nicht weniger als eine historische Situation", so seine Mahnung, "müssen wir Deutsche wissen, wo wir stehen." Die Antwort ist für Wadephul klar. An der Seite der Ukraine.

Als er am Freitagabend zu seiner Reise nach Kiew aufbricht, ist ihm klar, dass er nichts im Gepäck hat, vor allem nicht das, was die Ukraine am dringendsten benötigt, wie Präsident Selenskyj immer wieder betont: die Zusage für neue Patriot-Abwehrraketen. Einmal angekommen, kann Wadephul nur immer wieder betonen, dass er mit den Partnern im Gespräch sei, dass er mit neuen Eindrücken von der Reise die Bemühungen intensivieren werde.

Außenminister Wadephul besucht Charkiw Claudia Buckenmaier, ARD Berlin, tagesthemen, Das Erste, 23.08.2026 • 22:45 Uhr Luftalarm beim Treffen mit Selenskyj Zu diesen neuen Eindrücken gehört auch die Konfrontation mit der permanenten Bedrohung durch russische Drohnen und Raketen. Kurz nach der Ankunft, während einer Rede vor Veteranen, der erste Luftalarm. Die Veranstaltung ist im Untergeschoss eines Hotels, ihm gegenüber sitzt auch Präsident Wolodymyr Selenskyj, Gründe genug, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

Doch später erfährt Wadephul, dass bei diesem Angriff zwei Menschen ums Leben kamen. Bei einem weiteren Alarm in einem Wohnviertel von Kiew erlebt der Minister, wie sich Einwohner vor den Eingängen zu Unterführungen zusammenfinden und die Warn-App auf ihren Handys verfolgen, um sich notfalls möglichst schnell in Schutz zu bringen.

Zum vierten Mal besucht Außenminister Wadephul die Ukraine - und erstmals war er auch in Frontnähe. mehr

Ein erster Vorgeschmack. Noch am Nachmittag geht es weiter gen Osten, zuerst nach Poltawa. Die Sirenen schrillen immer häufiger, vor allem in der Nacht. Fast jede Stunde reißen sie den Minister und uns alle, die wir mitreisen, aus dem Schlaf.

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Charkiw, dem eigentlichen Ziel der Reise. Einer Stadt, 30 Kilometer von der Front entfernt An den Straßen unzählige bei russischen Angriffen zerstörte Tankstellen, dann Checkpoints, zum Teil geschützt durch Netze, die helfen sollen, Drohnen abzufangen. Der Krieg rückt näher.

In den vergangenen Wochen war der Beschuss vieler Regionen wieder heftiger geworden. Der Juli war der Monat seit Beginn des Krieges vor mehr als vier Jahren, in dem es die meisten Toten unter Zivilisten gab, mehr als 470 Menschen.

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