Tempo ist atemberaubend: Amerikas Schuldenorgie wird zum Problem für Trump
Jahrzehntelang konnten die USA über ihre Verhältnisse leben, weil Investoren an den Dollar als globale Leitwährung glaubten. Doch diese Freifahrt endet nun womöglich. Trump hat die finanzielle Glaubwürdigkeit der USA zerstört. Seine Wähler wird das am härtesten treffen.
Donald Trump hat einen Gegner, der mächtiger ist als der Iran oder China: der US-Anleihemarkt. Die Bewegungen dieses billionenschweren Giganten haben für ihn mehr Gewicht als manche Drohung aus Teheran oder Peking. Wenn die Käufer von US-Staatsanleihen sich räuspern, muss selbst Trump insgeheim zuhören - ob er will oder nicht. Die Macht von Amerikas Gläubigern ist so groß, dass schon Bill Clintons Berater James Carville 1994 witzelte, wenn er sterbe, wolle er nicht als US-Präsident, Papst oder Allstar-Baseballspieler wiedergeboren werden. Sondern als Anleihemarkt: "Du kannst jeden das Fürchten lehren."
Seit dieser Woche bekommt das auch Donald Trump zu spüren. Die Zinsen für 30-jährige US-Staatsanleihen sind auf über 5,3 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten geklettert. Die Märkte sind damit zinsmäßig in die Zeit vor die Finanzkrise zurückgekehrt. Dass die langfristigen Kreditkosten der USA so bedrohlich steigen, ist ein Warnsignal für Trump: die Investoren haben zunehmend genug von seinen Versuchen, die globale Weltwirtschaftsordnung mit Zöllen, Iran-Krieg und Annexionsgelüsten zu zerstören.
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