Schulen: Lehrer können Arbeitszeit per App erfassen
Mit einer neuen App dokumentieren Lehrkräfte jetzt ihre Arbeitszeit.
Die GEW will so verdeckte Mehrarbeit an Schulen sichtbar machen und Ansprüche durchsetzen.
Die Bildungsgewerkschaft GEW will mit einer neuen App die Überlastung von Lehrern systematisch erfassen.
Mitglieder der GEW können jetzt ihre Arbeitszeit und Überstunden in der App „LehrZeit!“ dokumentieren. „Wir haben den Senat immer wieder aufgefordert, endlich ein verbindliches und rechtssicheres System zur Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte zu schaffen.
Weil das bislang nicht geschehen ist, nehmen wir das Thema selbst in die Hand“, sagte der GEW-Vorsitzende Gökhan Akgün.
Der Arbeitgeber sei eigentlich zur Arbeitszeiterfassung verpflichtet.
Doch die Senatsverwaltung setze dies nicht um.
Ein großer Teil der Arbeit findet laut GEW außerhalb der sichtbaren Unterrichtsstunden statt, etwa bei der Vorbereitung des Unterrichts, Korrekturen, Gesprächen, Konferenzen, Dokumentation und zusätzlichen Aufgaben. „Genau diese Arbeit werden wir sichtbar machen“, so Akgün.
Verwaltung hält Erfassung nicht für nötig „Das Land Berlin sowie die anderen Bundesländer - außer das Land Bremen - vertreten die Auffassung, dass die Arbeitszeit von Lehrkräften von der europarechtlichen Pflicht zur Erfassung von Arbeitszeit auszunehmen ist“, erklärte der Sprecher der Senatsverwaltung für Bildung, Martin Klesmann.
Die Länder berufen sich demnach auf eine EU-Richtlinie, die Ausnahmen erlaubt, wenn die Arbeitszeit aufgrund der besonderen Art der Tätigkeit nicht genau festgelegt oder von den Beschäftigten selbst bestimmt werden kann.
Nach Auffassung der Länder trifft dies auf Lehrkräfte zu.
Bislang habe noch kein Bundesland die Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte umgesetzt.
Lediglich Bremen werde im Schuljahr 2026/2027 ein Pilotprojekt starten. „App kein Allheilmittel“ Die App sei kein Allheilmittel und könne keine Lehrkräfte ersetzen.
Allerdings soll die Erfassung demnach künftig für Entlastung sorgen und helfen, Ansprüche auch gerichtlich durchzusetzen, so Akgün.
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