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Deutsche Politiker entsetzt über Äußerungen von Israels Polizeiminister Ben-Gvir

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Deutsche Politiker entsetzt über Äußerungen von Israels Polizeiminister Ben-Gvir

Reaktionen auf Ben-Gvir-Äußerungen "Menschenverachtend" und "verantwortungslos" Stand: 18.08.2026 • 17:40 Uhr

Israels Polizeiminister hat zur gezielten Tötung von Palästinensern aufgerufen - in Deutschland löst das massive Empörung aus. Vizekanzler Klingbeil nennt die Äußerungen "menschenverachtend". Doch Kritik gibt es nicht nur von ihm.

Der rechtsextreme israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir sorgt mit seinen jüngsten Äußerungen für scharfe Kritik aus Deutschland.

"Das sind Äußerungen, die wir als Bundesregierung in keinster Weise akzeptieren können", sagte Vizekanzler Lars Klingbeil im Sommerinterview der Sat.1-Sendung "newstime". Auf europäischer Ebene müssten jetzt "sehr ernsthaft" auch Sanktionen geprüft werden, sagte der SPD-Chef und Bundesfinanzminister. Das Verhalten Ben-Gvirs sei "menschenverachtend".

"Ich stehe in Solidarität zum Staat Israel. Aber ich stehe nicht in Solidarität zu solchen Ministern", sagte Klingbeil. Menschen wie Ben-Gvir zündelten immer wieder, nun sei eine Grenze überschritten. "Da muss die Bundesregierung deutlich widersprechen. Ich tue das hier auch", betonte der Vizekanzler.

Ben-Gvir hatte unter anderem gesagt: "Ich denke, dass man gezielte Tötungen in Gaza ausführen sollte, jede Nacht 30, 40 (Menschen) entfernen." Er beziehe sich dabei nicht nur auf militante Palästinenser, die eine unmittelbare Gefahr darstellten, fügte er hinzu. Es gebe im Gazastreifen vielmehr Menschen, die es nicht verdient hätten, zu leben.

US-Nahost-Sonderbeauftragte Kushner hat in Jerusalem versucht, den Plan des Gaza-"Friedensrats" zu retten. mehr

Ben-Gvir erweise sich erneut als "menschenverachtender Extremist", sagte CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). "Es ist überfällig, dass die EU gegen ihn als Person Sanktionen erlässt."

Dass eine solche Person Mitglied der israelischen Regierung und dort für die Polizei zuständig sei, sei das eigentlich Erschütternde. "Für Deutschland heißt das, dass unsere Israelpolitik differenzierter und anspruchsvoller werden muss, als das bisher der Fall ist", so Röttgen.

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jürgen Hardt, bezeichnete die Aussagen des israelischen Ministers ebenfalls als menschenverachtend. Die EU müsse Ben-Gvir mit Sanktionen belegen, sagte der CDU-Politiker dem Deutschlandfunk.

Wegen seines Umgangs mit Gaza-Aktivisten steht Israels Sicherheitsminister Ben-Gvir seit Tagen in der Kritik. mehr

Ähnlich äußerten sich die außenpolitischen Sprecher von SPD und Grünen im Bundestag, Adis Ahmetović und Deborah Düring.

Auch SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner fand deutliche Worte: Wer es gut mit Israel meine, müsse "in aller Schärfe und Klarheit einer Politik den Kampf ansagen", die "niemals Sicherheit und Frieden für Israel" bringen könne. "Deutschland darf gerade als Freund Israels nicht aus der internationalen Solidarität ausscheren, wenn es um die völkerrechtswidrige Besatzungs- und Siedlungspolitik in Gaza und dem Westjordanland geht", so Stegner zur FAZ.

Die Linken-Politikerin Lea Reisner rief die Bundesregierung auf, alle Waffenexporte nach Israel zu stoppen.

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