Statistik von Medizinischem Dienst: Knapp 3100 Behandlungsfehler bestätigt
Deutschlandweit sind im vergangenen Jahr knapp 3100 medizinische Behandlungsfehler bestätigt worden.
In 2700 Fällen waren die Fehler ursächlich für Schäden, wie aus dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten jährlichen Begutachtungsbericht des Medizinischen Diensts auf Bundes- und Länderebene hervorgeht.
In 97 Fällen waren Fehler demnach ursächlich für den Tod eines Menschen oder trugen wesentlich dazu bei.
Der Medizinische Dienst ging ferner davon aus, dass die Dunkelziffer insgesamt hoch ist.
Rund 150 Vorfälle aus dem vergangenen Jahr stuften die Gutachter als besonders schwerwiegend ein - in Fachkreisen werden solche Ereignisse auch als „never events“ bezeichnet, die unbedingt zu vermeiden sind.
Dazu zählen gravierende Medikationsfehler, im Körper vergessenes Operationsmaterial oder die Verwechslung von Patienten oder Körperseiten.
Im Vorjahr 2024 hatte es 134 Fälle dieser Art gegeben.
Insgesamt untersuchten die Gutachter bundesweit rund 11.700 vermutete Behandlungsfehler , wo denen letztlich etwa ein Viertel oder 3098 als solche offiziell bestätigt wurden.
Zwei Drittel der vermuteten Fälle bezogen sich den Angaben zufolge auf stationäre Behandlungen vor allem in Krankenhäusern, etwa ein Drittel entfiel auf den ambulanten Bereich.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden in Deutschland im Jahr 2024 allein 17,5 Millionen Menschen stationär in Kliniken behandelt.
Fast 30 Prozent der Vorwürfe betrafen 2025 Behandlungen aus dem Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie, andere Fachkreise waren weit weniger vertreten.
Rückschlüsse auf das Sicherheitsniveau lasse das aber nicht zu, betonte der Medizinische Dienst.
Häufungen von Verdachtsmeldungen in einem Fachgebiet zeigten, dass Patienten auf Ergebnisse reagierten, die nicht ihren Erwartungen entsprächen.
Bei chirurgischen Eingriffen seien Fehler für sie in der Regel leichter zu erkennen als in anderen Bereichen.
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