Studie - Zahnfleisch könnte Risiko für Demenz und Alzheimer anzeigen
Schon länger vermuten Forscher: Schlechte Mundgesundheit könnte nicht nur den Zähnen schaden, sondern auch dem Gehirn. Eine neue Langzeitstudie aus Japan zeigt nun genauer, welche Anzeichen einer Zahnfleischerkrankung besonders häufig bei Menschen auftreten, die später an Demenz oder Alzheimer erkranken.
Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnfleischs und des Gewebes, das die Zähne festhält. Sie kann dazu führen, dass sich das Zahnfleisch zurückzieht, die Zähne locker werden und im schlimmsten Fall ausfallen. Frühere Studien hatten bereits Hinweise darauf gefunden, dass Parodontitis und Zahnverlust mit einem höheren Risiko für Demenz zusammenhängen. Warum das so sein könnte, ist bisher aber nicht klar.
Für die Untersuchung begleiteten Forscher 1306 Menschen ab 60 Jahren über einen Zeitraum von rund zehn Jahren. Zu Beginn untersuchten Zahnärzte den Zustand von Zahnfleisch und Zähnen sehr genau. Danach wurde beobachtet, wer im Laufe der Jahre eine Demenz entwickelte. Das Besondere: Die Forscher verließen sich nicht auf Krankenkassendaten, sondern untersuchten die Teilnehmer persönlich. Auch die Demenzdiagnosen wurden von Fachärzten abgesichert.
Während der Beobachtungszeit erkrankten 267 Teilnehmer an Demenz, die meisten davon an Alzheimer.
Blutet das Zahnfleisch regelmäßig beim Zähneputzen oder bei der Benutzung von Zahnseide, ist das oft ein Zeichen für eine Entzündung. Genau dieses Merkmal stand in der Studie besonders eng mit Alzheimer in Verbindung. Teilnehmer mit den stärksten Blutungen hatten ein rund 60 Prozent höheres Alzheimerrisiko als Personen mit kaum oder keinem Zahnfleischbluten.
Eine mögliche Erklärung sind laut der Studienautoren Entzündungen. Bei einer Parodontitis kämpft das Immunsystem dauerhaft gegen Bakterien im Mund. Dabei entstehen Entzündungsstoffe, die über den Blutkreislauf auch andere Bereiche des Körpers erreichen können.
Die Forscher vermuten, dass solche Prozesse langfristig auch das Gehirn beeinflussen könnten. Denkbar ist außerdem, dass Entzündungen die Blutgefäße schädigen, was wiederum das Risiko bestimmter Demenzformen erhöhen könnte.
Nein. Die Studie zeigt lediglich einen Zusammenhang. Sie beweist nicht, dass Zahnfleischentzündungen Alzheimer oder andere Demenzformen auslösen. Es könnte auch sein, dass weitere Faktoren eine Rolle spielen, etwa Ernährung, allgemeiner Gesundheitszustand oder andere Erkrankungen.
Dennoch liefern die Ergebnisse einen weiteren Hinweis darauf, dass eine gute Mundhygiene wichtig für die Gesundheit des gesamten Körpers sein könnte. Ob sich dadurch tatsächlich das Demenzrisiko senken lässt, muss allerdings noch in weiteren Studien untersucht werden.
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