Studie zeigt - Der Schlaf des Partners beeinflusst ihre Ernährung
Die einen starten mit einem nahrhaften Müsli in den Tag, die anderen essen zum Frühstück Brötchen und Croissant zum Kaffee. Welche Wahl man trifft, kann offenbar von der Schlafqualität des Partners beeinflusst werden. Darauf deutet eine Studie der Concordia-Universität im kanadischen Montreal hin.
Für die Untersuchung begleiteten die Forscher 204 zusammenlebende Paare über einen Zeitraum von drei Monaten. Beide Partner beantworteten regelmäßig Fragebögen zu Schlaf und Ernährung. In den ersten 14 Tagen führten sie zusätzlich ein Tagebuch darüber, wie konsequent sie auf eine gesunde Ernährung achteten. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag bei 42 Jahren. In jedem Paar war mindestens eine Person übergewichtig oder fettleibig und bemühte sich, ihre Ernährung oder körperliche Aktivität zu verbessern. Insgesamt gaben 96 Prozent der Teilnehmer an, ihre Ernährungsgewohnheiten verbessern zu wollen.
Die Auswertung zeigte: Wer schlechter schlief, tat sich schwerer damit, gesunde Ernährungsziele umzusetzen. Betroffene berichteten, dass sie sich weniger um eine ausgewogene Ernährung bemühten und weniger daran glaubten, ihre Ziele zu erreichen.
Bemerkenswert war jedoch vor allem ein anderer Befund: Auch Personen mit eigentlich gutem Schlaf berichteten von ähnlichen Schwierigkeiten mit ihrer Ernährung, wenn ihr Partner schlecht schlief. Die Schlafqualität eines Partners stand also auch mit den Essgewohnheiten des anderen in Zusammenhang.
Als mögliche Erklärung vermuten die Forscher, dass Menschen mit Schlafmangel häufiger zu kalorienreichen Snacks wie Chips, Schokolade oder Süßigkeiten greifen und damit auch ihren Partner beeinflussen. Zudem entstehen Essgewohnheiten oft im gemeinsamen Alltag, etwa bei der Mahlzeitenplanung oder beim Einkauf.
Die Wissenschaftler betonen selbst allerdings, dass ihre Beobachtungsstudie nur Zusammenhänge aufzeigen kann. Sie belegt nicht, dass der schlechte Schlaf direkt für die ungünstige Ernährung der Personen verantwortlich war. Weitere Studien sollen deshalb mit objektiveren Messmethoden prüfen, wie Schlaf, Ernährung und das Verhalten von Paaren im Alltag zusammenhängen.
Dennoch lohnt es sich, daran zu denken: Als Paar teilt man viele Gewohnheiten – auch beim Essen . Die Studie deutet darauf hin: Wer schlecht schläft, beeinflusst auch das Essverhalten und die Gesundheit seines Partners .
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