Neue Studie - Künstliche Aromen erhöhen das Depressionsrisiko
Aromen, Farbstoffe und Süßstoffe stecken in vielen hochverarbeiteten Lebensmitteln – und könnten für die Psyche eine größere Rolle spielen als gedacht. Deutsche Forscher haben untersucht, wie der Verzehr solcher Produkte mit neu auftretenden Depressionen zusammenhängt.
Hochverarbeitete Lebensmittel werden schon länger mit gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht. Auch frühere Studien fanden einen Zusammenhang mit depressiven Symptomen. Forscher der Justus-Liebig-Universität Gießen (Hessen) wollten deshalb genauer wissen, welche Bestandteile dabei eine Rolle spielen könnten.
Grundlage waren Daten der UK Biobank. In die Hauptanalyse flossen Daten von rund 172.000 Probanden ein, ihr Durchschnittsalter lag bei 58,5 Jahren. Ihre Ernährung wurde mit 24-Stunden-Ernährungsfragebögen erfasst. Die Forscher untersuchten zehn Kategorien und 39 einzelne Marker für hochverarbeitete Lebensmittel . Dazu zählen unter anderem Aromen , Farbstoffe und Süßstoffe. Dafür wertete das Team auch Zutatenlisten von 2459 Produkten der britischen Lebensmittelhändler Tesco und Sainsbury’s aus.
Im Schnitt bestand die Ernährung der Probanden zu 19,9 Prozent aus hochverarbeiteten Lebensmitteln. Während der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 10,7 Jahren registrierten die Forscher 5424 neue Depressionsfälle . Bei einem Anteil von 30 Prozent lag das Risiko 16 Prozent höher, bei 40 Prozent Anteil 32 Prozent höher und bei 50 Prozent Anteil 41 Prozent höher.
Besonders deutlich war der Zusammenhang bei Farbstoffen, Aromen und Süßstoffen. Von 39 untersuchten Zusatzstoffen waren zwölf statistisch signifikant mit Depressionen verbunden. Dazu gehörten sieben Süßstoffe , darunter Aspartam, Erythrit, Saccharin, Sucralose und Xylitol. Die Studie beweist jedoch nicht, dass diese Stoffe Depressionen verursachen. Die Ernährung beruhte auf Selbstangaben. Zudem wurden die Zusatzstoffe nicht direkt in den gegessenen Produkten bestimmt. Die Autoren sehen weiteren Forschungsbedarf, hauptsächlich dazu, wie diese Stoffe im Körper wirken könnten.
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