BILD-Reporter berichtet - So erlebte ich das Musiala-Drama
Heidenheim – Es sollte ein Freundschaftsspiel des FC Bayern wie jedes andere werden. Vor allem sollte es aber ein Spiel werden, bei dem das Resultat im Vordergrund steht. Die wichtigste Frage für mich an diesem Abend war im Vorfeld: Ist der Rekordmeister trotz einer kurzen Vorbereitung gewappnet für den Franz-Beckenbauer-Supercup am Samstag gegen Borussia Dortmund?
Doch die Partie wurde in der zweiten Halbzeit komplett zur Nebensache! In der 64. Minute spielte sich auf dem Feld ein Mega-Drama ab. Und ich, der BILD-Reporter, war mittendrin beim nächsten Zusammenbruch von Bayern-Star Jamal Musiala (23)!
Schon am Samstag erlebte ich den Zusammenbruch beim 3:1 gegen Leipzig im Telekom-Cup live vor Ort. Ohne gegnerische Einwirkung streckte Musiala seine Arme nach vorn und kippte im nächsten Moment nach hinten. Neuzugang Ismael Saibari (25) fing ihn damals auf. Einige Spieler, auch Leipziger, riefen hektisch nach Hilfe. Auch der Notarzt, der an der Eckfahne saß, lief aufs Feld. Sanitäter kamen vor meinen Augen mit einer Trage. Bayern-Ärzte sprinteten auf den Rasen, ein Physio hielt Musiala einen feuchten Schwamm in den Nacken. Nach einigen Minuten des Bangens leichtes Aufatmen auch bei mir, als der Notarzt beide Daumen hob.
In Heidenheim erlebe ich die Situation am Dienstag noch einmal in ganz ähnlicher Weise!
Als ich mich auf den Ball konzentriere, sehe ich im Augenwinkel bereits Musiala am Boden liegen: Innerlich sage ich sofort zu mir: Das kann doch jetzt nicht wahr sein! Währenddessen eilen die Bayern-Ärzte sowie Notärzte schon auf das Feld. Eine Spielertraube bildet sich um den deutschen Nationalspieler während der Behandlung. Im Stadion wird es sofort gespenstisch still. Ich rutschte hektisch auf meinem Stuhl herum. Wie die restlichen Zuschauer in der Voith Arena bin ich einfach nur geschockt. Obwohl ich nur ein T-Shirt anhabe, wird es mir sofort heiß. Ein Gedanke schießt durch meinen Kopf: „Hoffentlich geht es dem Ausnahmetechniker Musiala schnell wieder gut“.
Musiala liegt zu diesem Zeitpunkt noch immer auf dem Rasen. Dann leichtes Aufatmen, als sich der 23-Jährige aufsetzen kann. Nach rund dreiminütiger Behandlung steht der Offensivspieler mit Unterstützung der Bayern-Ärzte und Mittelfeld-Ass Aleksandar Pavlovic auf. „Gottseidank“, denke ich mir nur.
Im nächsten Moment bekomme ich Gänsehaut, als laute Musiala-Rufe auch aus der Heidenheim-Ecke durch das Stadion an der Ostalb hallen. In diesem Augenblick bewegt es mich, dass die Anhänger so ein feines Gespür für die Situation haben. Um exakt 19.23 Uhr verlässt Musiala, begleitet von Prof. Dr. Peter Uebelacker, den Rasen und verschwindet in den Katakomben. Das Spiel ist für mich längst zur Nebensache geworden. Noch immer bin ich geschockt.
Als ich noch vor Spielende in Richtung Mixed Zone gehen will, vergesse ich vor lauter Aufregung meine Akkreditierung auf der Tribüne. Mit ein wenig Verspätung komme ich schließlich in der Mixed Zone an. Wenige Minuten nach Abpfiff kommt Sportvorstand Max Eberl (52), stellt sich den Fragen von uns Journalisten. Über Musiala sagt er im Nachgang an das Heidenheim-Spiel noch: „Ihr werdet es erfahren. Jamal wird sich in absehbarer Zeit dazu melden.
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