Wie Anleger bei ETFs den Überblick behalten
Geldanlage mit Indexfonds Wie Anleger bei ETFs den Überblick behalten Stand: 16.10.2026 • 13:25 Uhr
Einfach, günstig, transparent: Damit haben ETFs Millionen Anleger überzeugt. Doch die Branche bringt immer kompliziertere Produkte auf den Markt - oft mit höheren Gebühren und zusätzlichen Risiken.
ETFs galten lange als Inbegriff der einfachen und günstigen Geldanlage. Mit einem einzigen börsengehandelten Indexfonds können Anleger ihr Geld auf Hunderte oder sogar Tausende Unternehmen verteilen - und das zu sehr niedrigen Gebühren.
Doch die ETF-Welt ändert sich rasant. Neben klassischen Indexfonds gibt es inzwischen immer mehr Produkte mit ausgefeilten Anlagestrategien, aktivem Fondsmanagement oder Hebelwirkung. Die Auswahl wächst, aber auch die Komplexität und mitunter die Kosten.
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"Wenn wir uns zurückerinnern: Die ersten ETFs am Markt waren Index-ETFs, ETFs auf den DAX oder den Eurostoxx 50. Das waren tatsächlich einfache Produkte", sagt Ali Maserwah vom Fondsanalysehaus Envestor im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion . "Das hat sich definitiv geändert."
Für Anleger wird es damit zunehmend schwieriger, den Überblick zu behalten. Mehr als 3.000 ETFs stehen hierzulande inzwischen zur Auswahl - fast doppelt so viele wie vor sechs Jahren. Nach einer Umfrage des Geldratgebers Finanztip hält mehr als jeder fünfte Befragte, der ETFs kennt, die Produkte für schwer vergleichbar.
Die Bandbreite reicht von Themen-ETFs, die gezielt auf Anlagetrends wie Künstliche Intelligenz oder Rüstung setzen, bis zu sogenannten Smart-Beta- oder Faktor-ETFs, bei denen Aktien nach bestimmten Kriterien ausgewählt und gewichtet werden. Hinzu kommen Hebel-ETFs, die tägliche Kursbewegungen und damit sowohl Gewinne als auch Verluste vervielfachen können.
Besonders stark wächst derzeit das Angebot aktiv gemanagter ETFs. Anders als klassische Indexfonds, die einen Börsenindex wie den MSCI World möglichst genau nachbilden, verfolgen sie eine eigene Anlagestrategie. Welche Aktien oder Anleihen gekauft und wie stark sie gewichtet werden, entscheidet ein Fondsmanager - oder die Auswahl erfolgt mithilfe computergestützter Modelle. Ziel ist häufig, eine höhere Rendite als der Vergleichsindex zu erzielen oder bestimmte Risiken zu begrenzen.
Damit ähneln aktive ETFs herkömmlichen aktiv verwalteten Investmentfonds. Allerdings werden sie an der Börse gehandelt - und sind zudem meist günstiger als klassische Investmentfonds.
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Wie stark die Anbieter inzwischen auf diese Produkte setzen, zeigen Zahlen von Morningstar : In den ersten acht Monaten 2026 waren bereits 23 Prozent aller in Europa neu aufgelegten ETFs aktiv verwaltet. Im Jahr 2022 waren es erst 3,2 Prozent. Auch das verwaltete Vermögen wächst rasant. Seit Ende 2022 hat es sich laut Morningstar nahezu verfünffacht und erreichte Ende August 2026 rund 123 Milliarden Euro.
Trotzdem bleiben aktive ETFs in Europa bislang ein vergleichsweise kleines Marktsegment: Auf sie entfallen gerade einmal 3,8 Prozent des gesamten ETF-Vermögens.
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