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Auto-Aktien steigen nach deutsch-französischer Einigung deutlich

Tagesschau (ARD) ·
Auto-Aktien steigen nach deutsch-französischer Einigung deutlich

Marktbericht Lockerung des Verbrenner-Aus Aktien der Autobauer steigen deutlich Stand: 16.10.2026 • 14:17 Uhr

Deutschland und Frankreich haben sich über die Lockerung des eigentlich beschlossenen Verbrenner-Aus geeinigt. Das lässt die Aktien der Autobauer nach oben springen. Und auch der DAX kann am Mittag zulegen.

Die Einigung von Frankreich und Deutschland über die Zukunft des Verbrennermotors in der EU stützt die Aktien im Autosektor. So erholte sich der europäische Automobilsektor von seinem in der Vorwoche erreichten Sechsjahrestief. Er gewann als bester Branchen-Index aus dem Stoxx 600 am Mittag 2,3 Prozent. Unter den Einzelwerten legen im DAX die Papiere von Volkswagen, BMW und Mercedes um mehr als drei Prozent zu.

Die beiden Staaten haben sich auf eine Position festgelegt, die eine Aufweichung des für 2035 geplanten faktischen Verbots für Verbrenner-Neuwagen in der EU bedeuten würde. Das gaben beide Regierungen heute bekannt. "Wir sind es unseren Beschäftigten, unserer Industrie und unseren Bürgerinnen und Bürgern schuldig, sicherzustellen, dass Europa beim globalen Wandel der Automobilbranche eine führende Rolle einnimmt."

Frankreich und Deutschland haben sich auf eine Aufweichung des Verbrenner-Aus verständigt. mehr

Demnach soll das CO2-Reduktionsziel für Neuwagen von bisher 100 auf 90 Prozent sinken, ohne dass weitere Ausgleichsmaßnahmen erforderlich wären. Das abgeschwächte Ziel kommt den Wünschen der deutschen Autohersteller entgegen. Diese könnten so weiter neue Benzin- und Dieselfahrzeuge verkaufen, solange ihre Neuwagenflotte den vorgeschriebenen Grenzwert einhält.

"Mehr Flexibilität bei CO2-Flottengrenzwerten für Pkw ist ein wichtiges Signal zur finanziellen Unterstützung der europäischen Automobilindustrie bei ihrem Umstieg auf Elektromobilität", kommentierte das Centrum für Europäische Politik (cep). Kritik kommt dagegen aus der Opposition. "Die Menschen haben längst entschieden: Immer mehr Leute setzen auf Elektromobilität", erklärte Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge. Tatsächlich machen die hohen Spritpreise und die E-Auto-Prämie Elektroautos in Deutschland immer beliebter.

Insgesamt 88.599 vollelektrische Fahrzeuge wurden im September neu zugelassen - ein Anteil von 34,5 Prozent. "Wir müssen nun mit voller Kraft in das E-Auto investieren, in Zukunftstechnologien, wie Batterietechnik, verbraucherfreundliches Laden, E-Autos als Speicher für unser Energiesystem oder autonomes Fahren", sagte Dröge. Wenn Merz so weitermache, entstünden die Jobs für Batteriezellen und Elektroautos anderswo: "Während China Richtung Zukunft rast, schaffen Merz und Macron Chaos und Verunsicherung für Markt und Verbraucher."

Deutschland setzt sich dafür ein, dass weiter Neuwagen mit Verbrennungstechnologie zugelassen werden können. mehr

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer geht davon aus, dass gar europäische Arbeitsplätze nach Übersee abwandern könnten. Zwar klinge die Vereinbarung zwischen Merz und Macron "zunächst nicht unvernünftig, um zusätzliche Belastungen, auch für die Arbeitsplätze in der europäischen Autoindustrie zu vermeiden".

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