Mehrheit rechnet mit Ablösung - Umfrage-Dämpfer für Merz
Berlin – Nach seinem dreiwöchigen Urlaub wird Friedrich Merz (70, CDU) im Waldbrand-Krisengebiet in der Eifel ausgepfiffen und ausgebuht. Auch im politischen Berlin gibt es Kritik an angeblich zu langer Auszeit, schlechter Krisenkommunikation und mangelnder Durchschlagskraft. Beginnt bereits die Kanzlerdämmerung? Eine Mehrheit der Deutschen hält es laut einer YouGov-Umfrage jedenfalls für unwahrscheinlich, dass Merz seine Kanzlerschaft bis zur regulären Bundestagswahl 2029 durchhält.
36 Prozent erwarten, dass Merz zwar noch in diesem Jahr Kanzler bleibt, aber vor 2029 abgelöst wird. 18 Prozent rechnen sogar mit einem vorzeitigen Aus noch in diesem Jahr. Nur 29 Prozent glauben, dass Merz bis zur nächsten regulären Wahl im Amt bleibt. 17 Prozent sind unentschieden.
Auch in der eigenen Partei scheint der Kanzler an Rückhalt einzubüßen. Der Personalumbau vor der Sommerpause hat ihm nach Ansicht von 67 Prozent der Befragten keinen Autoritätsgewinn, sondern einen Verlust gebracht. Besonders kritisch bewertet wird das unwürdige Aus für Verkehrsminister Patrick Schnieder (58, CDU) und die anschließend verpatzte Nachfolge mit Fritz Güntzler (60, CDU). 36 Prozent sehen darin einen starken, weitere 31 Prozent einen eher spürbaren Machtverlust.
Ein Autoritätsplus? Kaum messbar. Gerade einmal 1 Prozent sieht einen starken Gewinn, 5 Prozent einen eher kleinen. Für 19 Prozent hat sich an der Autorität von Merz nichts verändert. Bei der Kanzlerfrage liegt ein Parteifreund klar vor Merz. Nur 9 Prozent halten den amtierenden Kanzler persönlich für geeigneter. 25 Prozent setzen auf NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (51, CDU). Zwei von drei Befragten können oder wollen sich nicht festlegen.
Die Umfrage zeichnet damit das Bild eines Kanzlers, der zwar im Kanzleramt sitzt, dessen politische Autorität und Zukunftsperspektive aber zunehmend unter Druck geraten. Noch ist das keine Prognose über ein vorzeitiges Ende seiner Amtszeit. Doch die Zahlen zeigen: Das Vertrauen in seine politische Haltbarkeit schwindet.
Für die Erhebung befragte YouGov vom 14. bis 17. August insgesamt 2091 Wahlberechtigte.
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