Familie hörte seine Schreie - Deutscher Kletterer stürzt 80 Meter in den Tod
Ginzling (Österreich) – Gemeinsam hatten sie den Gipfel bezwungen. Auf dem Rückweg mussten der Sohn und der Neffe hilflos mit ansehen, wie der 64-Jährige in die Tiefe stürzte. Sie hörten seine Schreie, konnten ihn aber nicht retten.
Der Deutsche aus dem Landkreis Darmstadt (Hessen) war am Samstag mit seinem Sohn (38) und seinem Neffen (36) zu einer Bergtour auf den 3476 Meter hohen Olperer in den Zillertaler Alpen aufgebrochen. Die drei Männer hatten zuvor auf der Olpererhütte übernachtet und waren dort am Morgen gestartet. Vor dem Mittag erreichte die Familie den Gipfel und machte sich laut Tiroler Polizei nach kurzer Pause auf derselben Route an den Abstieg nach Ginzling.
Gegen 13 Uhr kam es zum tödlichen Unglück. Sohn und Neffe gingen wenige Meter vor dem 64-Jährigen, als sie plötzlich hinter sich einen Schrei hörten. Als sich die beiden umdrehten, sahen sie, wie ihr Vater bzw. Onkel über steiles und von Felsen durchsetztes Gelände abstürzte. Rund 80 Meter fiel der Bergsteiger in die Tiefe. Die Angehörigen wählten den Notruf, stiegen zu ihm hinab und begannen mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Andere Bergsteiger bemerkten den verzweifelten Rettungsversuch und eilten ebenfalls zu Hilfe. Doch die alarmierten Retter kämpften mit schwierigen Bedingungen.
Wegen des Wetters konnte der Hubschrauber die Unfallstelle nicht direkt anfliegen. Der Notarzt wurde weiter unten abgesetzt und musste 200 Höhenmeter zu Fuß aufsteigen. Dort setzte er die Reanimation fort, doch der Deutsche erlag noch am Berg seinen schweren Verletzungen. Nachdem die Polizei ihre Ermittlungen abgeschlossen hatte, bargen die Bergretter den Leichnam. Ein Hubschrauber flog den Toten anschließend nach Schlegeis. Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich um die Angehörigen.
Der Olperer gilt als anspruchsvolles Ziel, denn auch der Normalweg führt durch steiles Gelände, das teils erklettert werden muss. Warum genau der Mann den Halt verlor, ist noch unbekannt.
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