2:0-Führung böse verbaselt - Preußen stürzt in tiefe Krise
Eine Stunde lang sah Drittligist Münster in Großaspach wie der sichere Sieger aus, hatte nach einem Doppelpack von Felix Higl (29/17. und 45.) alles fest im Griff. Doch mit dem Anschluss des Aufsteigers durch Tim Rossmann (22/60.) brach die Truppe von Chefcoach Thomas Wörle (44) – mal wieder – komplett auseinander. Und war am Ende mit dem 2:3 sogar noch gut bedient.
Nach dem fünften Sieglos-Spiel in Serie und nur einem mageren Punkt aus der „Englischen Woche“ geben die „Adlerträger“ in diesem Halloween-Monat ein gruseliges Bild ab. Absturz auf Platz 12, nur noch zwei Zähler entfernt von den Abstiegsrängen. So gerät selbst das bescheidene Saisonziel des Zweitliga-Absteigers, sich im ersten Drittliga-Jahr stabilisieren zu wollen, in weite Ferne. Nimmt man die letzten 30 Minuten der Aspach-Partie zum Maßstab, muss den Fans der „Schwarz-Weiß-Grünen“ – über 600 (!) waren mit nach Baden-Württemberg (450 Kilometer pro Weg) gereist – wohl eher angst und bange werden...
Selbst Wörle war nach dem Abpfiff sprachlos, fand keine Erklärung für den beschämenden, späten Untergang seines Teams: „Niemand macht das extra. Wir werden auch dieses Spiel wieder ganz genau analysieren müssen. Um herauszufinden, warum wir nach dem 1:2 der Hausherren auf einen Schlag wie blockiert waren.“
Dabei hatte er vorab auf das schmerzhafte Heim-1:2 drei Tage zuvor gegen Fortuna Düsseldorf noch überraschend deutlich reagiert. Gleich die halbe Mannschaft ausgetauscht. Joshua Mees (30), Tim Dietrich (23), Jakob Korte (23), Weslay Adeh (19) und Louis Kolbe (22) rotierten in die Startelf. Für sie fanden sich Antonio Tikvic (22), Romario Rösch (27), Montell Ndikom (21), Samuel Althaus (20) und Rico Preißinger (30) auf der Ersatzbank wieder.
Eine Maßnahme, die sich zunächst auszahlte. So spielten die Preußen eine souveräne erste Hälfte, dominierten im Mittelfeld, setzten Stürmer Higl endlich einmal gut in Szene und hielten den Gegner fast mühelos vom eigenen Kasten fern. Wer beim Pausenpfiff von Schiedsrichter Simon Schreiner (28/Pfarrkirchen) noch auf einen Großasbach-Erfolg gesetzt hätte, wäre vermutlich für verrückt erklärt worden...
Doch Fußball ist manchmal unbegreiflich. Vor allem, wenn die Preußen im Spiel sind. Nach dem ersten Treffer der Heimelf, der noch wie aus dem Nichts fiel, verloren sie komplett die Übersicht und Ordnung. Großaspach, das schon am vergangenen Spieltag beim 2:2 gegen Viktoria Köln einen 0:2-Rückstand aufgeholt hatte, strotzte plötzlich vor Selbstbewusstsein. So war's nur eine Frage der Zeit, bis Fabian Eisele (31/68.) egalisierte. Der abgezockte Sonnenhof-Angreifer legte in der 83. Minute sogar noch einen nach, drehte die Partie damit komplett.
Und zwar unter gütiger Mithilfe von Morten Behrens (29), der einen Ball direkt vor seine Füße abprallen ließ. Münsters Schlussmann – das lässt sich leider nicht wegzudiskutieren – ist momentan einer der größten Schwachpunkte in dieser Kopflos-Truppe, hat in den vergangenen Wochen bereits mehrfach mies ausgesehen. In der 80.
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