Wie es mit der Commerzbank nun weitergeht
Analyse Übernahme durch UniCredit Wie es mit der Commerzbank nun weitergeht Stand: 16.10.2026 • 16:25 Uhr
Nach der Zustimmung der EZB-Aufseher steht einer Mehrheitsübernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank UniCredit fast nichts mehr im Weg. Was sind die nächsten Schritte - und die Folgen?
Nach Angaben der UniCredit erlauben ihr die Aufseher der Europäischen Zentralbank (EZB), weitere Aktien der Commerzbank zu kaufen. Bisher besitzt die italienische Großbank knapp 30 Prozent der Commerzbank-Papiere. Das ist für die Börse eine relevante, kritische Schwelle.
Diese darf die UniCredit aufgrund der Erlaubnis der EZB nun überschreiten und ihre Beteiligung aufstocken - ohne Limit nach oben. Das alles geht aus einer Pressemitteilung hervor, die die UniCredit gestern verschickt hat. Die Commerzbank wollte das Ganze nicht kommentieren.
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Die UniCredit hat sich weitere Commerzbank-Aktien reserviert. Sie nutzt komplizierte Finanzgeschäfte und hat sich über andere Banken Aktienpakete gesichert. Außerdem haben ihr im Rahmen ihres freiwilligen Übernahmeangebots Commerzbank-Anleger ebenfalls Aktien angeboten.
All diese Papiere kann UniCredit nun kaufen. Nach eigenen Angaben will sie zum Jahresende über rund 50 Prozent der Stimmrechte verfügen. Damit könnte sie die Frankfurter Bank kontrollieren - unter der Bedingung, dass bis dahin die aufsichtsrechtlichen Verfahren beendet sind. Eine Entscheidung der EU-Kommission als Wettbewerbsbehörde steht noch aus.
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Die UniCredit bezeichnete die Entscheidung der Zentralbank als "Meilenstein" bei der Übernahme der Commerzbank. Die Aufseher bewerteten diese offenbar positiv. Von der EZB selbst gab es keinen Kommentar. In der Vergangenheit hatten die Aufseher mehrmals gesagt, dass sie grenzüberschreitende Bankenfusionen grundsätzlich befürworten.
Das neue kombinierte Geldhaus hätte eine Bilanzsumme von 1,3 Billionen Euro. Durch seine Größe werde es wettbewerbsfähiger, sagt Florian Heider, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE. Im Vergleich zu US-Konkurrenten hätten Banken hierzulande oft das Problem, dass sie auf dem zersplitterten europäischen Markt weniger schnell wachsen könnten. "Grenzüberschreitende Fusionen sind ein Weg, das zu ändern", so Heider.
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"Die Übernahme ist nicht mehr aufzuhalten", ist auch Volker Brühl, Geschäftsführer des Centers for Financial Studies der Goethe-Universität Frankfurt, überzeugt. Für den Finanzplatz Frankfurt sei diese aber ein herber Rückschlag. Die Commerzbank, ein etabliertes Traditionshaus mit einer 156-jährigen Geschichte und DAX-Konzern, verliere damit ihre Eigenständigkeit.
Deswegen gab es zunächst gegen die Avancen der italienischen UniCredit großen Widerstand. Die Bundesregierung lehnte das feindliche und aggressive Vorgehen der Italiener entschieden ab.
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