Schwere Steuerhinterziehung: Justiz klagt im Cum-Ex-Skandal vier Ex-Commerzbanker an
Die Aufarbeitung des Cum-Ex-Skandals beschäftigt die Justiz seit Jahren: Durch die Aktiendeals entstand dem Staat ein zweistelliger Milliardenschaden. Nun erhärtet sich der Verdacht gegen vier ehemalige Mitarbeiter der Commerzbank, in dem Fall Verantwortung zu tragen.
Die Frankfurter Justiz treibt die strafrechtliche Aufarbeitung von Cum-Ex-Aktiendeals zulasten der Staatskasse voran. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage gegen vier ehemalige Mitarbeiter der Commerzbank wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung erhoben. Die vier Männer - zwei Briten im Alter von 66 und 59 Jahren, ein 61-jähriger Deutscher und ein 60-jähriger US-Amerikaner - sind nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft für einen Steuerschaden von mehr als 20 Millionen Euro verantwortlich.
Bei Cum-Ex-Deals, die ihre Hochphase zwischen 2006 und 2011 hatten, schoben Beteiligte rund um den Dividendenstichtag Aktien mit (cum) und ohne (ex) Ausschüttungsanspruch hin und her. Investoren ließen sich von Finanzämtern Steuern auf Dividenden erstatten, die gar nicht gezahlt worden waren. Schätzungen zufolge entstand dem Fiskus ein zweistelliger Milliardenschaden. 2012 reagierte der Gesetzgeber, 2021 entschied der Bundesgerichtshof (BGH), dass Cum-Ex-Geschäfte als Steuerhinterziehung zu werten sind.
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