Polizei gibt Fehler zu - Durchsuchungen bei Ex-Prinz Andrew waren rechtswidrig
London (Großbritannien) – Wende im Fall von Ex-Prinz Andrew (66): Die britische Polizei hat eingeräumt, dass die Hausdurchsuchungen bei dem Bruder von König Charles III. (77) rechtswidrig waren. Wie die Polizei von Thames Valley mitteilte, wurden die zugrunde liegenden Durchsuchungsbeschlüsse von einem Richter am High Court in London aufgehoben. Die Maßnahmen standen im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Andrew, der alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückweist.
Die Durchsuchungen waren Teil eines Einsatzes, bei dem Andrew am 19. Februar, seinem 66. Geburtstag, auf seinem Anwesen in Sandringham vorübergehend festgenommen worden war. Noch am selben Tag kam er wieder auf freien Fuß.
Nach Justizangaben hatte Andrew die nachträgliche Aufhebung der Beschlüsse beantragt. Damit hatte er Erfolg. Die Polizei erklärte am Donnerstag, die Beschlüsse seien nun aufgehoben worden. Allerdings wollen die Ermittler die Angelegenheit nicht vollständig abschließen. Nach Angaben der Polizei wurde beantragt, die bei den Durchsuchungen beschlagnahmten Gegenstände weiterhin behalten zu dürfen. Durchsucht worden waren Andrews Anwesen in Sandringham in der Grafschaft Norfolk sowie seine frühere Royal Lodge in Windsor.
Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit Andrews Kontakten zum inzwischen verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66). Nach Angaben der Behörden geht es in dem Verfahren um den Verdacht des Amtsmissbrauchs. Andrew bestreitet sämtliche Vorwürfe. Der Fall ist für die Königsfamilie besonders heikel, weil Andrews Name seit Jahren mit dem Epstein-Skandal verbunden wird. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Affäre Ende vergangenen Jahres nach der Veröffentlichung der Memoiren von Virginia Giuffre. Die US-Australierin hatte ihre Vorwürfe gegen den Ex-Prinzen darin erneut ausführlich geschildert.
König Charles III. hatte seinem Bruder bereits Ende vergangenen Jahres alle Titel und Ehren entzogen. Die jüngste Gerichtsentscheidung betrifft zwar nicht die inhaltlichen Vorwürfe gegen Andrew. Sie bedeutet jedoch, dass die Rechtmäßigkeit eines zentralen Teils der Ermittlungen nun offiziell infrage gestellt wurde. Welche Auswirkungen die aufgehobenen Durchsuchungsbeschlüsse auf das weitere Verfahren haben werden, ist bislang offen.
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