Lebensmittelpreise: Wie Ernteausfälle und Klimakrise den Speiseplan verändern werden
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Vor sechs Jahren habe ich für den SPIEGEL Martin Schädler in Bad Lauchstädt bei Halle besucht. Auf einer Freifläche am Rande der Kleinstadt bin ich damals mit dem Biologen durch die Klimazukunft spaziert: Dutzende Parzellen mit Getreide, Gräsern und Gemüse reihen sich dort aneinander, eingerahmt von hohen Stahlgerüsten.
Wenn Regen aufzieht, schieben sich die Dächer über manche Parzellen, andere sind Freiflächen. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) simuliert mit dem Projekt seit 2014 eine um zwei Grad erhitzte Welt und bewirtschaftet zum Vergleich auch Parzellen unter aktuellen Wetterbedingungen. In beiden Szenarien gibt es Felder, die konventionell und ökologisch bestellt werden, bei manchen Flächen werden Wiesen gemäht, andere beweidet. Jede Fläche verrät etwas darüber, was Hitze, Trockenheit und Regen mit unterschiedlich bewirtschafteten Böden machen – und was das für die Ernte bedeutet. Ein beeindruckendes Langzeitprojekt, das Bauern bei der Klimaanpassung helfen soll.
Bei meinem Besuch im Sommer 2020 kämpften die Bauern mit dem dritten Trockenjahr in Folge, die Versuchsflächen waren teils welk und braun. Martin Schädler erklärte mir damals erste Ergebnisse seiner Tests. Böden, die mit mehreren Sorten bepflanzt wurden, schnitten bei Trockenheit besser ab: »Je mehr Vielfalt, desto gesünder der Boden und resistenter die Pflanzen«, sagte er. Entscheidend für eine Anpassung an ein trockeneres Klima sind laut ihm gesunde Böden, in denen viele Organismen wie Milben, Springschwänze und Regenwürmer leben. »Das Getier wandelt organisches Material wie Pflanzenreste in Nährstoffe um. Es ist ein über die Jahrtausende etablierter Kreislauf, der die dünne Schicht der Schwarzerde und darin enthaltenden Humus erhält und immer wieder neues Leben spendet. Nehmen die Organismen ab, gibt es weniger Nährstoffe in der Schwarzerde«. Das Problem, das Schädler schon damals sah: Bei durchschnittlich zwei Grad Temperaturerhöhung gibt es deutlich weniger Gewürm im Erdreich. Es wachsen auch weniger Pflanzen und damit weniger organisches Material, das umgewandelt werden kann. »Der Kreislauf des Lebens wird zum Teufelskreis.«
Schädlers Forschung ist gut gealtert, sie ist so aktuell und wegweisend wie nie zuvor.
Heute gibt es erneut Rekordtemperaturen, Trockenheit, Wassermangel. Meine Kollegin Alina Schadwinkel hat den Biologen deshalb zu den aktuellen Ernteausfällen interviewt und ihn gefragt, ob wir uns an diese extremen Klimaumstände gewöhnen sollen.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.spiegel.de — der Inhalt gehört Der Spiegel.