Gefahr bei den Oscars 1992 - FBI warnte Michael Douglas vor HIV-Attacke
Los Angeles (USA) – Glamour, Blitzlichtgewitter, die größten Stars Hollywoods feiern sich selbst und ihre Kunst. Doch für Michael Douglas (82) wurde der Oscar-Abend 1992 zu einem skurrilen Albtraum.
In seinen jetzt veröffentlichten Memoiren „One Helluva Ride“ erinnert sich der Schauspieler an einen schockierenden Vorfall kurz vor einem Auftritt bei den Academy-Awards . Douglas sollte damals den Oscar an die beste Hauptdarstellerin überreichen. Doch anstatt von Mitarbeitern der Veranstaltung empfangen zu werden, wartete eine ganz andere Begrüßung auf ihn. „Ich wurde von einem FBI-Agenten und einem Sergeant des LAPD (Polizei von Los Angeles, Anm. d. Red.) empfangen“, schreibt er.
Was die Beamten ihm dann eröffneten, verschlug dem Hollywoodstar die Sprache: „Uns liegen Informationen vor, dass heute Abend jemand versuchen wird, Sie mit einer HIV-infizierten Nadel zu stechen.“ Es handle sich dabei um eine „glaubhafte Drohung“. Besonders brisant: Der Vorfall ereignete sich während der damaligen Aids‑Krise. Eine Infektion galt zu jener Zeit für viele Betroffene praktisch als Todesurteil. Entsprechend ernst nahmen die Behörden die Drohung.
Laut Michael Douglas informierte ihn das FBI darüber, dass sich zahlreiche verdeckte Ermittler im Saal befänden. Sie sollten verhindern, dass ein möglicher Angreifer überhaupt bis zur Bühne gelangt. Doch absolute Sicherheit konnten sie ihm nicht garantieren.
Wie reagiert man auf die Nachricht, dass möglicherweise jemand einen Mordanschlag auf einen plant? Michael Douglas entschied sich zunächst dafür, Dampf abzulassen. „Als Erstes bin ich nach draußen gegangen, um eine Zigarette zu rauchen ... Der ganze Abend kam mir surreal vor.“
Die Laudatio für Jodie Foster (63) wollte er dennoch halten. Als schließlich sein großer Moment gekommen war und er die Bühne betrat, ließ ihn die Warnung jedoch nicht los. „Als es an der Zeit war, den Preis für die beste Darstellerin zu überreichen, warf ich auf dem Weg einen kurzen Blick ins Publikum, um sicherzugehen, dass niemand auf die Bühne stürmte.“ Doch statt eines Angreifers sah Douglas nur die grellen Scheinwerfer.
Der Hollywoodstar überreichte ohne Zwischenfall Jodie Foster für ihre Rolle in „Das Schweigen der Lämmer“ den Oscar. Obwohl an diesem Abend alles gut ausging, blieb bei Douglas die Angst. Die Ermittler konnten die Quelle der Bedrohung nie identifizieren.
Ein Freund des Schauspielers bestätigte die Geschichte jetzt gegenüber der „ New York Post “. Demnach hätten die Behörden damals sogar gewusst, dass sich die verdächtige Person in der Halle befand. Der Kumpel: „Die Person hätte zum Personal, zur Crew oder zum Publikum gehören können … Michael hatte eine Heidenangst. Es war wirklich ein mutiger Schachzug von ihm, da rauszugehen.“ Wer hinter dem – glücklicherweise gescheiterten – Plan steckte, bleibt bis heute ungeklärt.
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