Medienbericht: Bundeswehr startete Geheimoperation in Afghanistan ohne Bundestagsmandat
Im Jahr 2001 beteiligte sich auch die Bundeswehr an der Militäroperation „Enduring Freedom“ in Afghanistan.
Nun äußern sich Beteiligte und geben brisante Details bekannt.
Vor 25 Jahren startete in Afghanistan die Militäroperation „Enduring Freedom“ als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11.
September 2001 in den USA.
Neben den US-Streitkräften war auch die Bundeswehr an dem Einsatz beteiligt, welcher offiziell erst Ende 2014 beendet wurde.
Jahrzehnte später sind nun neue Details bekannt geworden, die die damaligen Ereignisse in ein neues Licht rücken.
Laut einer exklusiven Recherche des NDR war die Bundeswehr zwei Tage vor der Mandatsabstimmung des Bundestages bereits bei einer Geheimoperation zusammen mit US-Soldaten in Afghanistan im Einsatz.
Dabei handelte es sich um eine Aufklärungsmission mit dem Ziel, die örtliche Lage für das Spezialkommando der Bundeswehr KSK zu sondieren.
Geheimeinsatz der Bundeswehr in Afghanistan Laut dem NDR wurden nur wenige Personen in den Plan eingeweiht.
Nicht einmal der Verteidigungsausschuss wurde über das Vorhaben informiert.
Angelika Beer (Die Grünen), damalige Obfrau und Verteidigungsexpertin, sieht darin einen groben Verstoß: „Aus militärischer Sicht kann ich das gut nachvollziehen.
Aber es ist halt der Bruch mit allen parlamentarischen demokratischen Grundrechten.“ Auch der damalige Militärberater im Kanzleramt, Josef Niebecker, wurde über die Militäroperation nicht in Kenntnis gesetzt.
Seiner Meinung nach aber hätte das Publikwerden die Mandatsabstimmung möglicherweise negativ beeinflussen können.
Der zu dem Zeitpunkt amtierende Verteidigungsminister Rudolf Scharping wiederum verteidigt gegenüber dem NDR die Operation: „Es ist auch nicht üblich, darüber allzu viel öffentlich zu reden, weil sie nicht ein militärisches Mandat im Sinne unserer Vorstellungen und Vorschriften darstellen, sondern eine Erkundungsmission.
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