Gewalt im betreuten Wohnen: 35-Jähriger wegen Gewalt im betreuten Wohnen vor Gericht
Der geistig eingeschränkte Mann hat eine Odyssee durch Einrichtungen hinter sich.
Er hat Wutausbrüche und greift einen Mitbewohner an.
Nun muss das Landgericht Kiel über seine Zukunft entscheiden.
Ein Prozess wegen versuchten Totschlags gegen einen 35 Jahre alten Mann wegen eines Gewaltausbruchs gegen einen Mitbewohner in einer betreuten Wohnanlage hat vor dem Landgericht Kiel begonnen.
Die Staatsanwaltschaft geht von versuchtem Totschlag aus.
Der Angeklagte mit geistigen Einschränkungen ist aktuell in einer psychiatrischen Einrichtung in Neustadt in Holstein untergebracht.
Es geht um einen Gewaltausbruch in einer betreuten Wohnanlage in Dersau (Kreis Plön) in diesem Januar, den der Angeklagte nicht bestreitet. Über seinen Verteidiger wies er aber jede Tötungsabsicht zurück.
Unstrittig ist, dass der 35-Jährige auf einen im Rollstuhl sitzenden Mitbewohner losgegangen ist und ihn gewürgt hat.
Nur mit Mühe gelang es Pflegern, den stark übergewichtigen Mann zu bändigen.
Verteidiger sieht „kurze Zündschnur“ bei seinem Mandanten Nach Angaben des Verteidigers habe der Angeklagte eine demente ältere Dame schützen wollen, die der Rollstuhlfahrer weggeschubst habe.
Sein Mandant habe eine „kurze Zündschnur“ und handele oft impulsiv.
Der 35-Jährige selbst berichtete dann von einem schwierigen Leben.
Während der Schulzeit in einem Förderzentrum sei er dauerhaft gemobbt worden.
Nach einer Ausbildung zum Hausmeister habe er in wechselnden Einrichtungen mit unterschiedlichem Betreuungsgrad gelebt.
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