Arzt angeklagt: Anästhesist nach Tod von Mädchen erneut vor Gericht
Warum spritzte der Arzt ein verunreinigtes Narkosemittel? Die Staatsanwältin spricht von bewussten Fehlern, doch das Motiv bleibt rätselhaft.
Ein Anästhesist spritzt Kindern verunreinigtes Narkosemittel , ein kleines Mädchen stirbt.
Ist der Arzt ein Mörder? Mit dieser Frage muss sich das Frankfurter Landgericht in der zweiten Auflage des Prozesses gegen den 69-Jährigen beschäftigen.
Die Anklagebehörde geht davon aus, dass er beim Behandeln seiner kleinen Patienten in einer Zahnarztpraxis in Kronberg (Hochtaunuskreis) bewusst schwere Behandlungsfehler beging und diese vertuschen wollte, wie die Staatsanwältin am Rande des Prozessauftaktes sagte.
Das Motiv für die fehlerhafte Behandlung sei unklar.
Ein vierjähriges Mädchen starb, drei weitere Kinder konnten in einer Klinik gerettet werden.
Beim Prozessauftakt wurde die ursprüngliche Anklage und das Urteil der ersten Instanz aus dem November 2024 verlesen.
Damals war der Mann von einer anderen Strafkammer des Frankfurter Landgerichts unter anderem wegen Totschlags durch Unterlassen zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden.
Niedrige Beweggründe? Die Staatsanwaltschaft, die auf eine Verurteilung wegen Mordes plädiert hatte, legte erfolgreich Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) ein.
Dieser hob das Urteil in Teilen auf.
Die objektiven Tatbestände - also die Behandlungsfehler - stehen laut Staatsanwältin rechtskräftig fest.
Doch der BGH erklärte, das Landgericht habe die Anforderungen an eine Verurteilung wegen Mordes und versuchten Mordes überspannt.
Daher muss nun in dem neuen Prozess geprüft werden, ob der Anästhesist mit Verdeckungsabsicht oder niedrigen Beweggründen gehandelt hatte - beides wären Mordmerkmale.
Mord wird mit lebenslanger Haft bestraft.
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