Schütze auf der Flucht - Mann in Berlin erschossen
Berlin – Schüsse in der Nacht! Blaulicht flackert über die Sonnenallee, rot-weißes Flatterband sperrt die Straße ab. Auf dem Gehweg liegt ein 27-jähriger Mann, wenig später deckt eine blaue Plane seinen Leichnam zu. Was sich in der Nacht vor einem Bistro abspielte, soll an eine regelrechte Hinrichtung erinnert haben.
Gegen 2.40 Uhr in der Nacht zu Montag fielen die Schüsse auf der Sonnenallee in Berlin-Neukölln . Zeugen alarmierten sofort die Polizei. Als die Einsatzkräfte am Tatort eintrafen, fanden sie einen schwer verletzten Mann auf dem Gehweg. Polizei und Notarzt kämpften um sein Leben, doch jede Hilfe kam zu spät.
Polizeisprecher Florian Nath erklärt: „Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsversuche durch unsere Kolleginnen und Kollegen sowie den alarmierten Notarzt verstarb der Angeschossene noch am Tatort.“ Nach BILD-Informationen fielen mehrere Schüsse. Anwohner berichten, beobachtet zu haben, wie ein vermummter Mann gezielt das Feuer auf sein Opfer eröffnete. Die Schüsse sollen an eine regelrechte Hinrichtung erinnert haben. Unmittelbar danach sei ein Auto vorgefahren. Der mutmaßliche Schütze stieg ein und flüchtete vom Tatort.
Während die Spurensicherung bis in die Morgenstunden arbeitete, fehlt vom Schützen bislang jede Spur. Auch die Tatwaffe wurde noch nicht gefunden. Die 5. Mordkommission hat die Ermittlungen wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts übernommen. Zu den Hintergründen der Tat schweigt die Polizei bislang. Wer hinter den Schüssen steckt, ist derzeit völlig unklar. Auch sei nicht klar, ob die Schüsse nur dem getöteten Mann oder womöglich weiteren Menschen gegolten hätten.
In Berlin vergeht kaum ein Tag, an dem nicht scharf geschossen wird. Erst am Wochenende kam es in Berlin zu einer weiteren Schussattacke: In Tempelhof wurde ein Mann (53) mit einer Schussverletzung in seinem Mercedes-Maybach entdeckt. Rettungskräfte brachten den Mann ins Krankenhaus, wo er notoperiert werden musste.
Die Zahl der Vorfälle ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Als Reaktion auf diese alarmierende Entwicklung gründete die Berliner Polizei Ende 2025 die Spezialeinheit „Ferrum“ (lateinisch für „Eisen“). Ihr Auftrag: den zunehmend brutal geführten Bandenkrieg in der Organisierten Kriminalität gezielt zu bekämpfen und die Zahl der Schusswaffenvorfälle im öffentlichen Raum zu senken.
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