Laut Studie - Endometriose erhöht Risiko für Diabetes deutlich
Frauen mit Endometriose könnten nicht nur mit Schmerzen, Kinderwunschproblemen oder gynäkologischen Beschwerden zu kämpfen haben. Eine große US-Studie zeigt nun: Bei Betroffenen war das Risiko, später an Typ-2-Diabetes zu erkranken, um 46 Prozent höher als bei Frauen ohne Endometriose.
Für die Analyse wurden Gesundheitsdaten von rund 2,9 Millionen Frauen aus der US-amerikanischen „Utah Population Database“ ausgewertet. Die Teilnehmerinnen wurden zwischen 1996 und 2021 im Durchschnitt knapp elf Jahre lang beobachtet. Ziel war es zu prüfen, ob Endometriose und ihre verschiedenen Formen mit einem erhöhten Diabetesrisiko zusammenhängen. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Diabetologia“.
Während der Beobachtungszeit erhielten knapp 100.000 Frauen eine Endometriose-Diagnose. Insgesamt zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen der Erkrankung und einem höheren Risiko für Typ-2-Diabetes.
Besonders stark fiel dieser bei einzelnen Endometrioseformen aus. Bei einer oberflächlichen Endometriose des Bauchfells lag das Risiko um 67 Prozent höher, bei einer Endometriose an den Eierstöcken um 61 Prozent. Die höchsten Werte fanden die Forscher bei seltenen Endometrioseherden an ungewöhnlichen Stellen im Körper. Hier war das Diabetesrisiko mehr als doppelt so hoch wie bei Frauen ohne Endometriose.
Adenomyose, eine verwandte Erkrankung der Gebärmutter, war zudem mit einem erhöhten Risiko verbunden. Auch bei der tief infiltrierenden Endometriose lag das Risiko um 45 Prozent höher. Bei dieser besonders schweren Form dringt das Gewebe tiefer ein und kann auch Nachbarorgane befallen.
Am deutlichsten war der Zusammenhang bei Frauen vor den Wechseljahren sowie bei Frauen mit einem BMI unter 30. Weitere Auswertungen bestätigten die Ergebnisse weitgehend.
Die Autoren betonen jedoch auch die Grenzen der Untersuchung. Die Diagnosen stammten meist aus standardisierten Abrechnungsdaten (ICD-Codes). Dadurch könnten Fälle falsch zugeordnet worden sein. Zudem könnte ein Diabetes bei Endometriose-Patientinnen häufiger entdeckt werden, weil sie öfter medizinisch untersucht werden. Angaben zu Ernährung, Bewegung oder hormonellen Behandlungen lagen nicht vor.
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