Retrospektive in Düsseldorf: Provokateur und Kunst-Botschafter: Große Immendorff-Schau
Vom Agitprop-Provokateur zum Kultur-Botschafter an der Seite des Kanzlers: Jörg Immendorff war einer der besonders schillernden Nachkriegskünstler.
Eine Retrospektive zeigt sein Schaffen.
Vom linksradikalen Kunst-Provokateur avancierte er zum Kultur-Botschafter an der Seite des Bundeskanzlers: Der Maler und Kunststar Jörg Immendorff (1945-2007) war zu Lebzeiten vieles, aber kein Leisetreter.
In seiner Wahlheimat Düsseldorf ist ihm - fast 20 Jahre nach seinem Tod - eine große Retrospektive gewidmet.
120 Werke Immendorffs werden von diesem Freitag bis 10.
Januar 2027 im Düsseldorfer Kunstpalast gezeigt.
Ende des 20.
Jahrhunderts galt Immendorff international als einer der bedeutendsten deutschen Nachkriegskünstler.
Der Beuys-Schüler starb 2007 im Alter von 61 Jahren an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS.
Bis dahin sei er in der Landeshauptstadt omnipräsent gewesen, sagte Kunstpalast-Direktor Felix Krämer. „Sein Affe war sogar auf den Trikots von Fortuna Düsseldorf .“ Als Marke inszeniert Jüngeren Menschen sei Immendorff kaum noch ein Begriff. „Vielleicht, weil er einen Typ Mann verkörperte, der es in den letzten Jahren in Ausstellungen schwer hatte“, sagte Krämer.
Die Retrospektive beleuchtet die Phasen seines Schaffens - von den Anfängen an der Kunstakademie bis zu den letzten Werken, die in seinem Atelier mit Hilfe von Assistenten entstanden, als er bereits weitgehend gelähmt war. „Hört auf zu Malen“ ist eines seiner frühen Werke: Nach Kritik von seinem Lehrer Joseph Beuys hatte Immendorff 1966 frustriert sein Motiv durchgekreuzt und den Malstopp-Befehl darüber gepinselt - was seinem Mentor Beuys wiederum gut gefiel. „Er hat sich sehr gekonnt als Marke inszeniert“, sagen die Kuratorinnen Felicity Korn und Westrey Page.
Am meisten habe sie überrascht, am breitbeinig-selbstbewussten Immendorff eine verletzliche Seite zu entdecken: Davon zeuge sein Selbstbildnis in Ballerinas und auch sein selbstkritischer Bruch mit seinem Frühwerk: „Damit haben wir nicht gerechnet.“
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