Wenn die Nacht zur Qual wird - Durch Hitze verlieren wir bis zu 56 Stunden Schlaf
25, 30 oder sogar 35 Grad am Tag – und selbst nachts keine echte Abkühlung: Bleibt das Thermometer die ganze Nacht über bei 20 Grad oder mehr, sprechen Meteorologen von einer Tropennacht. Solche Nächte werden auch in Deutschland immer häufiger. Eine neue Auswertung zeigt nun, dass die Hitze Menschen weltweit bereits viele Stunden Schlaf gekostet hat. Statt uns zu erholen, wälzen wir uns verschwitzt im Bett hin und her.
Die aktuelle Auswertung der US-Organisation Climate Central kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: Zwischen 2020 und 2025 verloren Menschen weltweit durchschnittlich fast 56 Stunden Schlaf pro Jahr, weil die Nächte zu warm waren. Rund sechs dieser verlorenen Stunden führen die Forscher direkt auf den menschengemachten Klimawandel zurück.
Die Wissenschaftler sprechen von einem weltweiten Problem. Besonders betroffen sind Tropenregionen, in denen Nächte schon heute extrem heiß ausfallen. Gleichzeitig zeigt die Analyse: Der klimabedingte Schlafverlust hat sich seit den frühen 1970er-Jahren in fast allen untersuchten Städten mindestens verdoppelt.
In deutschen Städten bewegt sich der hitzebedingte Schlafverlust demnach zwischen 22 Stunden, etwa in München, Nürnberg, Hamburg oder Dresden, und 25 Stunden im Rheinland um Köln und in Frankfurt/Main. In der Hauptstadt Berlin verlieren die Menschen im Schnitt 23 Stunden Schlaf pro Jahr an die Hitze.
Doch warum schlafen wir bei Hitze überhaupt so schlecht? Der Grund liegt im Körper selbst. Um einschlafen zu können, muss die Körperkerntemperatur leicht sinken. Normalerweise gibt der Organismus überschüssige Wärme über die Haut ab. Ist das Schlafzimmer aber aufgeheizt, funktioniert dieser natürliche Kühlmechanismus schlechter. Die Folge: Wir brauchen länger zum Einschlafen, schlafen unruhiger und wachen häufiger auf. Auch die Tiefschlafphasen leiden.
Selbst wer ausreichend lange im Bett liegt, fühlt sich am Morgen oft wie gerädert. Müdigkeit, Gereiztheit und Konzentrationsprobleme können die Folgen sein. Climate Central warnt zudem vor weiteren Auswirkungen von schlechtem Schlaf. Dieser sei eng mit Stimmung, Leistungsfähigkeit sowie der Herz-Kreislauf - und Immungesundheit verbunden.
„Ausreichend guter und langer Schlaf ist entscheidend für Gesundheit und Wohlbefinden. Heißere Nächte machen es jedoch immer schwerer, die nötige Erholung zu bekommen“, heißt es von Climate Central.
Ganz ausgeliefert sind wir der Sommerhitze allerdings nicht. BILD hat die fünf besten Tipps in Hitzenächten gesammelt:
Die schlechte Nachricht: Die Forscher erwarten nicht, dass das Problem verschwindet. Weil die Temperaturen weltweit weiter steigen, dürften auch Tropennächte häufiger werden. Damit könnte die Jagd nach erholsamem Schlaf für viele Menschen künftig noch schwieriger werden.
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