Nach AfD-Wahlsieg: Unionsfraktionschef Frei bringt Bundeszwang für Sachsen-Anhalt ins Spiel
Thorsten Frei hält den Bundeszwang gegen eine womöglich verfassungsfeindliche AfD-Landesregierung für möglich.
Das Grundgesetz sieht das Instrument vor – eingesetzt wurde es nie.
Unionsfraktionschef Thorsten Frei hält als letztes Mittel gegen eine womöglich verfassungsfeindlich agierende AfD-Landesregierung den Einsatz der im Grundgesetz vorgesehenen Möglichkeit des „Bundeszwangs“ für möglich. „Der Bundeszwang ist eine Ultima Ratio“, sagte Frei den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. „Sollte es die Lage erfordern, werden wir selbstverständlich das Grundgesetz durchsetzen und dafür alle Instrumente nutzen.“ Der Bundeszwang ist in Artikel 37 Grundgesetz vorgesehen.
Demnach kann die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates ein nicht kooperatives Land „zur Erfüllung seiner Pflichten“ anhalten.
Dabei hätte die Bundesregierung ein „Weisungsrecht gegenüber allen Ländern und ihren Behörden“.
In der Geschichte der Bundesrepublik wurde die Bestimmung noch nie angewandt.
AfD gewinnt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Deutschland sei „eine wehrhafte Demokratie“, betonte Frei. „Wenn es nötig sein sollte, hat der Staat die Instrumente, um die Demokratie, die Rechtsstaatlichkeit und die freiheitlich-demokratische Grundordnung im Ganzen zu schützen.“ Dies sei für ihn „eine pure Selbstverständlichkeit“.
In Sachsen-Anhalt hatte die AfD die Landtagswahl am vergangenen Sonntag mit großem Abstand gewonnen und versucht nun, eine Regierung zu bilden.
Die Partei wird in dem Bundesland durch den dortigen Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft.
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