Andrew und Tristan Tate: Influencer fordern Freilassung aus Gefängnis in Miami
Die frauenfeindlichen Influencer Andrew und Tristan Tate haben vor einem US-Gericht gefordert, aus der Haft entlassen zu werden. Sie argumentierten, dass sie sich nicht angemessen gegen die strafrechtlichen Vorwürfe verteidigen könnten, wenn sie während des Auslieferungsverfahrens an Großbritannien in einem Gefängnis in Miami bleiben müssten.
Während der Anhörung wiesen die beiden unter Eid die strafrechtlichen Vorwürfe zurück. Großbritannien wirft ihnen unter anderem Menschenhandel sowie Vergewaltigung und Körperverletzung vor. In Rumänien läuft ein Verfahren unter anderem wegen Menschenhandels mit Minderjährigen, Geschlechtsverkehrs mit Minderjährigen und Geldwäsche.
Die Staatsanwaltschaft gab an, per Video mit Zeugen gesprochen zu haben. Die Brüder »propagieren unglaubliche Gewalt gegen Frauen, was mit den gegen sie erhobenen Vorwürfen übereinstimmt«, sagte die Vertreterin der Anklagebehörde. Andrew Tate beteuerte im Zeugenstand seine Unschuld. Er sagte, er könne während seiner Haft in den USA nicht mit seinen rumänischen Anwälten zusammenarbeiten und befürchte, dass seine Abwesenheit zu einer ungerechten lebenslangen Freiheitsstrafe in Osteuropa führen werde. »Wenn ich einen fairen Kampf verliere, kann ich damit leben«, sagte er.
Seit ihrer Festnahme Mitte Juli befinden sie sich in einer Bundeshaftanstalt in Miami. Die Anwälte der Tates beantragten, ihre Mandanten zumindest bis zur Anhörung über die Auslieferung aus der Haft zu entlassen. Sie argumentierten, dass es den Brüdern aufgrund ihrer hohen Bekanntheit und ihrer Präsenz in den sozialen Medien nahezu unmöglich sei, zu fliehen. Außerdem argumentierten sie, dass das Ersuchen Großbritanniens unzulässig sei, da das Strafverfahren in Rumänien Vorrang habe. Dort hatten die Behörden alle Auflagen gegen die Brüder aufgehoben, sodass sie sich frei bewegen konnten.
6 Min Zur Merkliste hinzufügen Misogynes Onlinemilieu: Einflussreiche Männer hetzen gegen Frauen – wer zählt zur »Manosphere«? Ein Interview von Lukas Brems 5 Min Zur Merkliste hinzufügen 5 Min Zur Merkliste hinzufügen »Manosphere«-Influencer: Was über die Verhaftung der Tate-Brüder bekannt ist – und welche Rolle Donald Trump in der Causa spielt Von Jakob Marlon Müller 4 Min Zur Merkliste hinzufügen 4 Min Zur Merkliste hinzufügen Die Staatsanwaltschaft verwies darauf, dass die Tates mit ihrem Reichtum und mehreren Pässen geprahlt hätten. Die Brüder hingegen gaben an, ihre Behauptungen über ihren Reichtum seien übertrieben gewesen, um ihr Image zu verbessern. Luxusgüter wie die 50-Millionen-Dollar-Jacht oder der 2,1-Millionen-Dollar-Aston-Martin, die in ihren Videos zu sehen sind, gehörten ihnen nicht.
Die Staatsanwaltschaft legte jedoch einen mexikanischen Reisepass auf den Namen »Vladimir Scorpius« vor – mit dem Geburtsdatum und einem Foto von Tristan Tate. Sie sagte, dieser sei mit einer echten mexikanischen Identifikationsnummer versehen.
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