Forschungsstelle Osteuropa: Universität Bremen sieht Einschüchterungsversuch russischer Justiz
Die Universität Bremen sieht die russische Einstufung der Forschungsstelle Osteuropa (FSO) als unerwünschte Organisation als Einschüchterungsversuch. Der in der vergangenen Woche vollzogene Schritt bedeutet, dass die FSO und auch ihre Mitglieder keinerlei Forschungsaktivitäten in Russland mehr ausüben dürfen. Außerdem sei mit dieser Einstufung russischen Einrichtungen jede Kooperation untersagt, schrieb die Uni Bremen in einer Stellungnahme.
Die Universität Bremen teilte auch mit, dass die FSO eine Zweigstelle und damit Teil der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde sei. Diese wurde von Russland 2024 sogar zur »extremistischen Organisation« erklärt. Das könne noch deutlich weitreichendere Strafmaßen zur Folge haben. »Insofern kann man die nunmehr ›doppelte Sanktionierung‹ des FSO als einen nochmaligen Ausdruck der Wissenschaftsfeindlichkeit Russlands und als weiteren Versuch der Einschüchterung von Wissenschaftlern betrachten«, sagte Rektorin Jutta Günther.
Das russische Justizministerium hatte seine Liste mit ausländischen und internationalen Einrichtungen erweitert, deren Arbeit auf dem Gebiet der Russischen Föderation untersagt ist. Besondere Gründe wurden nicht genannt. Aufgeführt werden aber Organisationen, die nach Auffassung der Moskauer Behörden gegen die Interessen des russischen Staates arbeiten. Auf der Liste stehen bereits mehrere deutsche Organisationen, darunter das viele Jahre in Moskau tätige Deutsche Historische Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst sowie zahlreiche politische Stiftungen.
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