»Die Lücken« von Shida Bazyar: Das Grauen an der Wachstuchtischdecke
Manchmal schlägt man eine Geschichte auf und landet in seiner eigenen. Schlägt man Die Lücken von Shida Bazyar auf, landet man: in Heimesbach, einem fiktiven deutschen Dorf, das im Hunsrück liegt, aber letztlich überall in Deutschland liegen könnte. Heimesbach war einmal ein Gaumusterdorf, dort marschierte und wütete man während des Nationalsozialismus besonders beflissen.
Über die Erzählerin selbst wissen wir wenig: Mit zehn Jahren floh sie aus einem anderen Land hierher, mit dreizehn ging sie wieder, bevor man sie abschieben konnte. Und so erzählt die Geschichte dieses Dorfes ausgerechnet eine, die nur vorbeikam. Wie ein Geist schwebt sie nach ihrem Tod über Heimesbach und kann plötzlich alles sehen, von den Zwangzigerjahren an.
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