Fehler von Ärzten: 283 Menschen erleiden Schaden durch Behandlungsfehler
Seiten verwechselt, OP-Besteck vergessen: Wenn Ärzte Fehler machen, kann das gravierende Folgen haben.
Wie sich die Zahlen entwickelt haben - und an wen sich Patienten im Verdachtsfall wenden können.
283 Menschen in Baden-Württemberg haben im vergangenen Jahr nach Auswertung des Medizinischen Dienstes Baden-Württemberg (MD) wegen einer fehlerhaften Behandlung einen gesundheitlichen Schaden erlitten.
Damit wurde in mehr als jedem fünften der untersuchten 1.251 Verdachtsfälle ein Behandlungsfehler mit Schaden für den Patienten bestätigt.
In zehn Fällen starben Patienten nachweislich an den Folgen eines Behandlungsfehlers - genauso viele wie 2024.
Insgesamt stellten die unabhängigen Gutachter im vergangenen Jahr 377 Fälle von Behandlungsfehlern fest.
In knapp 100 dieser Fälle war aber nicht nachzuweisen, dass der Behandlungsfehler auch die Ursache für den gesundheitlichen Schaden war.
Ein unerwünschter körperlicher Zustand könne auch die Folge einer nicht zu verhindernden Komplikation einer Therapie sein, teilte der Medizinische Dienst mit.
Viele Verdachtsfälle bei Operationen Stark gestiegen ist der Auswertung zufolge die Zahl sogenannter Never Events - so bezeichnet der Medizinische Dienst schwerwiegende Fehler, die aber grundsätzlich vermieden werden könnten.
Dazu gehörten etwa eine Seitenverwechslung bei einer Operation, falsch verabreichte Medikamente oder im Körper vergessene Gegenstände nach einer Operation.
21 solcher Vorfälle erfasste der Medizinische Dienst im vergangenen Jahr.
2024 waren es zwölf, 2023 nur vier Fälle gewesen.
Trends ließen sich aus den Schwankungen aber nicht herauslesen.
Dafür seien die Fallzahlen zu klein, so die Gutachter.
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