News: Deutschlands Vergeltung gegen Russland, Hoffen auf ein Wunder in Sachsen-Anhalt, Tablet-Streit zwischen Samsung und Datteln
»Absurde Vorwürfe, Provokation, schwerer Fehler«: Russlands Reaktionen auf die deutschen Sanktionen nach dem gescheiterten Drohnenangriff von Leipzig sind so erwartbar wie platt (mehr hier ). Man werde »spiegelbildlich« antworten, tönt es aus Moskau. Aber das hat die Bundesregierung eingepreist.
Berlin musste etwas tun, das war klar. Aber sind die Maßnahmen gegen die hybride Kriegsführung des Kreml angemessen, sind sie hart genug (mehr zu den Sanktionen hier )? Die Regierung sei »klug genug, den Konflikt nicht unnötig anzuheizen«, kommentiert mein Kollege Roland Nelles, Leiter des SPIEGEL-Hauptstadtbüros. Wohl wahr.
Das Problem ist nur: Der Kanzler hat mit seinen Andeutungen und Drohungen der vergangenen Tage weitaus größere Erwartungen geweckt, als – ohnehin überfällig – das Russische Haus in Berlin dichtzumachen oder das Generalkonsulat in Bonn zu schließen. Am Ende verkündete er den deutschen Gegenschlag nicht einmal selbst, sondern überließ das seinen Ministern Alexander Dobrindt und Johann Wadephul. So bleibt inhaltlich und politisch Spielraum für die nächste Eskalationsstufe – aber auch das Gefühl, dass Friedrich Merz erst mächtig auf die Pauke gehauen hat, um dann andere mit dem Trömmelchen vorzuschicken.
Aber vielleicht kommt ja noch mehr? Außenminister Wadephul wird heute nach Irland reisen, um mit seinen EU-Amtskollegen auch über gemeinsame europäische Maßnahmen gegen die zunehmende russische Bedrohung zu sprechen. Und in Brüssel wird wohl der Nato-Rat über mögliche Konsequenzen aus dem versuchten Drohnenangriff auf den Leipziger Flughafen beraten.
Die richtige Antwort auf Putins Schattenkrieg: Die Bundesregierung hat Russland als Drahtzieher hinter der Drohnenattacke auf dem Leipziger Flughafen benannt. Eine weitere Eskalation vermeidet sie aus guten Gründen.
In weniger als 100 Stunden öffnen in Sachsen-Anhalt die Wahllokale. Bis dahin kämpfen die Parteien um jede Stimme, die Terminpläne von CDU, AfD, SPD, Linken, Grünen, FDP und BSW sind vollgepackt mit Infoständen, Talkrunden, Kundgebungen (alle Entwicklungen zum Wahlkampf finden Sie hier im Newsblog ).
Im Zentrum steht heute das Duell zwischen Ministerpräsident Sven Schulze und seinem Rechtsaußen-Herausforderer Ulrich Siegmund. In der Mittagszeit treffen die beiden auf einem Podium der Regionalzeitungen »Volksstimme« und »Mitteldeutsche Zeitung« aufeinander, die Veranstaltung wird live gestreamt. Am Abend sind in der »Wahlarena« von RTL, n-tv und Radio Brocken neben Schulze und Siegmund auch die Spitzenkräfte der übrigen Parteien dabei. Zwei Gelegenheiten, sich noch einmal einem großen Publikum zu zeigen.
Beim letzten direkten TV-Kräftemessen konnte der Christdemokrat gegen den AfD-Mann endlich einmal punkten (mehr dazu hier ). Daran müsste Schulze heute anknüpfen. Die Frage ist nur: Bringt es überhaupt noch was? In den Umfragen ist von einer spektakulären Aufholjagd, einem Last-Minute-Wunder, wie es Schulzes Vorgänger Reiner Haseloff vor sechs Jahren schaffte, nicht mal im Ansatz etwas zu sehen.
Schulze kämpft tapfer, was soll er auch machen.
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