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Intimität - So verändert sich Sex ab 60 – und bleibt erfüllend

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Intimität - So verändert sich Sex ab 60 – und bleibt erfüllend

Auch im Alter kann Sexualität ein wichtiger Teil des Lebens bleiben. Dabei geht es längst nicht nur um Geschlechtsverkehr. Küssen, Berührungen, Zärtlichkeit oder Selbstbefriedigung gehören genauso dazu. Wer offen mit den körperlichen Veränderungen im Alter umgeht, kann auch jenseits der 60 Spaß am Sex haben.

Wer Sexualität als positiv erlebt, kann davon körperlich und emotional profitieren. Bei Berührungen, sexueller Erregung und einem Orgasmus schüttet der Körper unter anderem Oxytocin, Endorphine und Dopamin aus. Diese Botenstoffe fördern Wohlbefinden und das Gefühl von Verbundenheit. Sexualität sei jedoch keine Therapie gegen Schmerzen oder Depressionen, betont Frauenärztin, Reproduktionsmedizinerin und Psychotherapeutin Dr. Heidi Gößlinghoff. Die Expertin sagt zudem: „Sexualität darf sich im Laufe des Lebens verändern. Entscheidend ist nicht, wie häufig jemand Sex hat, sondern ob Nähe und Sexualität freiwillig, angenehm und erfüllend erlebt werden.“

Mit zunehmendem Alter verändert sich häufig auch die Sexualität. Nach den Wechseljahren kann bei Frauen der sinkende Östrogenspiegel zu trockeneren und empfindlicheren Schleimhäuten führen. Schmerzen beim Sex oder Trockenheit lassen sich jedoch oft mit Gleitmitteln, Feuchtigkeitsprodukten oder einer lokalen Hormontherapie behandeln.

Auch Männer bemerken Veränderungen. Erektionen entstehen häufig langsamer, sind manchmal weniger fest und die Zeit bis zur nächsten Erektion verlängert sich. Ein erfülltes Sexualleben sei trotzdem möglich – und könnte womöglich die Gesundheit fördern. So fanden Beobachtungsstudien einen Zusammenhang zwischen häufigerer Ejakulation und einer geringeren Wahrscheinlichkeit für bestimmte Formen von Prostatakrebs. Eine medizinische Empfehlung lasse sich daraus bislang jedoch nicht ableiten.

Wie oft Menschen Sex haben, ist laut Dr. Gößlinghoff nicht entscheidend. „Gesund“ bedeute keine bestimmte Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs. Auch längere Phasen ohne Sex seien gesundheitlich unbedenklich. Wichtig sei vielmehr, offen über Wünsche und körperliche Veränderungen zu sprechen und Beschwerden nicht aus Scham zu verschweigen. Schmerzen, Trockenheit oder Erektionsprobleme seien häufig behandelbar. Bei neuen oder wechselnden Sexualpartnern bleiben Kondome auch jenseits der 60 sinnvoll, um sich vor sexuell übertragbaren Infektionen zu schützen.

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