OpenAI verschiebt Börsengang - wegen Sicherheitsbedenken
Tritt die Branche jetzt auf die Bremse? Nach den Sicherheitsvorfällen diskutieren die CEOs von Anthropic, SpaceX und OpenAI eine neue Strategie.
Nach dem Schock eigenständiger Hacking-Attacken durch Künstliche Intelligenz zeigen sich große KI-Firmen nach eigenen Angaben bereit, die Entwicklung der Technologie zu verlangsamen. Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic, machte einen solchen Vorstoß mit dem Plan, damit ein bis zwei Jahre Zeit zu gewinnen. Binnen weniger Stunden bekam er Zuspruch von Rivalen wie dem Chef des ChatGPT-Entwicklers OpenAI , Sam Altman, sowie Tech-Milliardär Elon Musk, der bei seiner Firma SpaceX eigene KI entwickeln lässt.
Nach den Hacking-Angriffen sei er besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, schrieb Amodei am Samstag. Altman von OpenAI schrieb wenige Stunden später auf der Plattform X, auch er sei der Ansicht, dass das Tempo bei der Entwicklung leistungsstärkster KI-Modelle verlangsamt werden müsse.
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Amodei plädierte für eine koordinierte branchenweite Pause in der westlichen Welt. Zugleich werde Anthropic - ohne auf andere zu warten - in einem ersten Schritt dauerhaft unabhängige Beobachter ins Unternehmen lassen, die schon in der Trainingsphase die Sicherheit von KI-Modellen begutachten sollen. Altman nannte das eine gute Idee und kündigte an, dass OpenAI das auch machen werde. Auch Tech-Milliardär Elon Musk , lange ein Kritiker Amodeis, schrieb auf X: "Dario hat recht."
ChatGPT-Entwickler OpenAI will derweil in diesem Jahr nicht mehr an die Börse gehen, wie CEO Sam Altman erklärte. Angesichts der aktuellen Sicherheitsbedenken bei Künstlicher Intelligenz (KI) wäre dies ein schlechter Zeitpunkt für einen Börsengang, sagte Altman in einem am Samstag veröffentlichten Interview des Magazins "Fortune".
Das Unternehmen verspüre in dieser Hinsicht keinen Druck. Auf die Frage, ob ein Börsengang damit zugunsten von 2027 vom Tisch sei, sagte Altman, es werde nicht 2026 sein. Es gebe noch viel zu tun, um die Anforderungen an die Sicherheit zu erfüllen und herauszufinden, wie die Branche und Regierungen zusammenarbeiten könnten.
Die "New York Times" hatte bereits im Juni berichtet, OpenAI erwäge, einen möglichen Börsengang mit einer Bewertung von einer Billion Dollar auf 2027 zu verschieben. Dem Bericht zufolge deutete Altman zudem an, dass führende KI-Unternehmen kurz vor einer Vereinbarung stehen könnten, die Entwicklung zu verlangsamen und gemeinsam an der Abwehr von Risiken zu arbeiten.
Bei Anthropic haben Sicherheitsbedenken die Börsenpläne aber noch nicht gebremst.
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