Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Warum Hamburg gerade lila gefärbt ist
der Hamburg Eimsbütteler Ballspiel Club ist ein nachbarschaftlicher Sportverein in der Tornquiststraße. Man spielt dort Tischtennis und boxt, es gibt Kinderturnen und Fußball, die Vereinsfarben sind lila und weiß. Die Herrenmannschaft des HEBC spielt in der Oberliga, der fünfthöchsten deutschen Spielklasse. Dort treten die Fußballer normalerweise profigehaltfrei vor 250 Zuschauern gegeneinander an, auf einem Rasen mit ein paar Sitzbänken drumherum.
Die Herrenmannschaft der Borussia Dortmund spielt seit 1976 ununterbrochen in der ersten Fußballbundesliga. Ihre Heimspielstätte, das Westfalenstadion, ist mit mehr als 81.000 Plätzen das größte Fußballstadion Deutschlands. In der Sportbild meiner Söhne steht: Der Marktwert des BVB-Teams liegt aktuell bei 474,2 Millionen Euro.
Fußballerisch unterschiedlicher kann man also kaum aufgestellt sein. Und doch treten der HEBC und der BVB gegeneinander an – und zwar heute.
Am 23. Mai nämlich hat der HEBC im Hamburger Pokalfinale mit 5:1 gegen SC Vorwärts-Wacker aus Billstedt gewonnen. Damit qualifizierte er sich für den DFB-Pokal – und als Gegner wurde ihm ausgerechnet der BVB zugelost.
Für Fans und Spieler des HEBC ist der Umstand, gegen eine derartige Star-Mannschaft spielen zu dürfen, grob zusammengefasst der totale Wahnsinn. Schon jetzt redet man in Eimsbüttel vom »Jahrhundertspiel«, seit Wochen tragen hier Menschen lila, Restaurants und Geschäfte dekorieren ihre Fenster entsprechend, es gibt gefärbtes Gebäck und eine lila-weiß besprühte Osterstraße. Sogar auf der Fassade des Bezirksamts strahlt ein riesiges lila Herz. Zur Austragung der Partie zog man ins Volksparkstadion, 41.600 Karten wurden schon verkauft.
Bisschen crazy das alles? »Auf jeden Fall«, sagte gestern der HEBC-Kapitän Janek Wrede auf der eigens angesetzten Pressekonferenz. Wie man sich auf so ein Spiel vorbereitet? Trainer Philipp Obloch: »Ich fürchte, da darf ich mich und unsere Arbeit nicht zu wichtig nehmen.« Am Ende entscheide wohl, wie weich bei den Spielern die Knie sind. Ein Ziel? »Nicht zweistellig verlieren«, sagte der erste Vorsitzende des HEBC, Konstantin Zimmermann.
Um 20.45 Uhr geht es los. Falls Sie diesem historischen Ereignis beiwohnen wollen: Es gibt noch Tickets . Auf RTL wird das Spiel auch gezeigt.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und den Spielern des HEBC für morgen die weltfestesten Knie. Folgendes würde ich diesen gerne mitgeben: 2016 lag die Buchmacher-Quote darauf, dass Leicester City die Meisterschaft in der Premier League gewinnt, bei 5.000:1. Als ebenso wahrscheinlich galt es, das Loch-Ness-Monster zu finden. Geschafft haben sie es dennoch.
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Der Rechnungshof ermahnte Senat und Bürgerschaft zu härteren Sparmaßnahmen im Doppelhaushalt 2027/2028. Vizepräsident Philipp Häfner rät etwa zu größeren Schulklassen, einer Einschränkung des nahezu kostenlosen Deutschlandtickets für Schülerinnen, auch ein höheres Pensionsalter der Vollzugskräfte bei Polizei , Feuerwehr und Justiz hält er für eine Option.
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