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BILD vor Ort in Las Vegas - Anklage zieht ihren größten Trumpf im Tupac-Prozess

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BILD vor Ort in Las Vegas - Anklage zieht ihren größten Trumpf im Tupac-Prozess

Las Vegas – Fast 30 Jahre nach den tödlichen Schüssen auf Tupac Shakur (†25) geht der Mordprozess gegen Duane „Keffe D“ Davis (63) in die entscheidende Phase. Staatsanwalt Binu Palal trat ein letztes Mal vor die Geschworenen und zeichnete ein klares Bild: Tupacs Tod sei das Ergebnis eines Racheakts zwischen rivalisierenden Gangs gewesen!

Laut Palal war der Ausgangspunkt eine Prügelei in Las Vegas am Abend des 7. September 1996. Dabei hatten Tupac, sein Label-Chef Suge Knight und Männer aus dem Umfeld des Labels Death Row Records Orlando „Baby Lane“ Anderson zusammengeschlagen – den Neffen des Angeklagten. Beide Männer waren Mitglieder der Gang South Side Compton Crips, welche diese Demütigung laut Anklage nicht unbeantwortet lassen konnten. Davis soll daraufhin die Waffe besorgt haben, mit der Tupac wenig später erschossen wurde.

Für die Anklage gibt es dabei einen besonders wichtigen Beweis: Davis’ eigene Aussagen. In Interviews schilderte er 2008 und 2009 zahlreiche Details der Mordnacht, darunter die Position des Schützen im Cadillac und Einzelheiten über die Fahrspuren an der Todes-Kreuzung. Mehrere dieser Angaben wurden durch andere Zeugen bestätigt.

Die entscheidende Frage im Prozess: Woher wusste Davis all das, wenn seine Geschichten – wie von der Verteidigung jetzt vor Gericht behauptet – frei erfunden waren? Der größte Trumpf der Anklage: 2019 war Davis’ Buch „Compton Street Legend“ erschienen. Darin erzählte er erneut von der Mordnacht. Wer die ganze Geschichte des Tupac-Mordes erfahren wolle, solle das Buch lesen, hieß es damals für Promo-Zwecke. Palal zog vor der Jury einen drastischen Vergleich mit O. J. Simpsons berüchtigtem Buch „If I Did It“ („Wenn ich es getan hätte“). „Simpson schrieb ein Buch mit dem Titel ‚Wenn ich es getan hätte‘. Aber Davis schrieb ein Buch, in dem er sagt, dass er es getan hat.“

Für eine Verurteilung muss die Jury nicht zu dem Schluss kommen, dass Davis selbst auf Tupac geschossen hat. Entscheidend ist, ob er den Mord unterstützt und ermöglicht hatte. Genau das argumentiert die Staatsanwaltschaft: Davis hatte die Waffe besorgt und schließlich „endgültig grünes Licht“ für den Mord gegeben. Dass die Männer bereits bewaffnet waren, bevor sie Tupac auf der Straße entdeckten, spricht laut Palal zudem für Vorsatz. Sein letzter Appell an die Jury: „Er hatte jedem erzählt, dass er für den Mord an Tupac Shakur verantwortlich ist. Jetzt zeigen Sie ihm, dass er dafür verantwortlich ist.“

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