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Kultur

Clemens Schick in „Babylon Berlin“ - „Sich als Hitler zu sehen war erschreckend“

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Clemens Schick in „Babylon Berlin“ - „Sich als Hitler zu sehen war erschreckend“

Berlin – Es ist eine Rolle, an der nicht wenige Schauspieler gescheitert sind. Und eine, in der ein deutscher Kinostar das TV-Publikum jetzt erschaudern lässt.

Seit Donnerstag sind acht neue Folgen von „Babylon Berlin“ in der ARD-Mediathek zu sehen. Die fünfte und finale Staffel der international erfolgreichen Serie erzählt die Wochen zwischen der Ernennung von Adolf Hitler (1889–1945) zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 und der Reichstagswahl am 5. März 1933. Von Beginn an wird die Serie getragen von einem All-Star-Ensemble um Liv Lisa Fries (35) und Volker Bruch (46). In der Rolle als Adolf Hitler neu dabei ist Clemens Schick (54).

„Ich habe mir wirklich lange gewünscht, irgendwann einmal bei ,Babylon Berlin’ dabei zu sein“, sagt Schick zu BILD. „Aber bei einem tollen Projekt wie diesem geht es immer auch darum, dass man liefern muss. Das gilt für meine Rolle ganz besonders.“

Sagt man eine Rolle wie diese sofort zu? „Natürlich bin ich erstmal erschrocken, aber ich habe für dieses Format relativ schnell zugesagt. Nur, weil ich nicht weiß, ob ich etwas schaffe, sage ich ja nicht ab. Dafür verbrenne ich mir zu gern die Finger. Ich bin für einen Film auch schon 50-mal aus einem Flugzeug gesprungen. Davor hatte ich auch Angst. Aber Angst war noch nie ein Kompass für mich.“

Wie nähert man sich einer Figur wie Adolf Hitler? „Die Rolle zu spielen, war eine Herausforderung. Sich als Adolf Hitler zu sehen, war allerdings auch erschreckend.“ Schick hat, so erzählt er BILD, mit einer Gesangslehrerin und einem Dialekt-Coach an der Stimme gearbeitet. „Ich habe sehr viele Dokumentationen gesehen und so die Haltung studiert. Und dann kamen noch drei Stunden täglich in der Maske hinzu, die mein Gesicht noch einmal sehr verändert haben. Irgendwann war ich die Figur.“

Am Set, so Schick, sei er, wenn er in Kostüm und Maske war, bewusst allein geblieben. „Ab dem Augenblick war ich nur noch in meinem Wohnwagen, wenn ich nicht vor der Kamera stand. Ich wollte mich und auch andere dieser Begegnung nicht aussetzen.“

Als Schauspieler hat Clemens Schick den Nationalsozialismus gerade von mehreren Seiten beleuchtet – in vier Projekten. „Ich habe gerade eine gute Zeit und dafür bin ich dankbar. Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass mein Weg kein schneller ist. Ich war nie ein Shootingstar, ich habe eher immer kontinuierlich meinen Weg gesucht. Ich bin ein Langstreckenläufer.“

„Babylon Berlin“ zeigt erschreckend viele Parallelen zur Jetztzeit. Wie denkt Clemens Schick darüber? „Es gibt ein zeitloses Potenzial für Gewalt. Und es ist an uns, dafür zu sorgen, dass ,Babylon Berlin’ historisch bleibt. Ich bin natürlich in Sorge. Ich würde mir wünschen, dass wir die Liebe zu unserer freiheitlichen Demokratie entdecken. Dass uns bewusst ist, wie groß dieses Geschenk der Demokratie ist. Wir müssen uns dafür einsetzen.“

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