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„Politische Vernunft“ - Linken-Kandidat sagt: Wählt mich nicht!

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„Politische Vernunft“ - Linken-Kandidat sagt: Wählt mich nicht!

Schwerin – Er tritt an, will aber gar nicht gewinnen! Ein Kandidat der Linken sorgt im Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern für Aufsehen: Daniel Trepsdorf fordert seine Anhänger auf, nicht ihn, sondern SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zu wählen. Seine Entscheidung beruhe auf „arithmetischer und politischer Vernunft“, erklärte der Linken-Politiker. Trepsdorf will so nach eigenen Angaben verhindern, dass die AfD einen Wahlerfolg feiert. Es ist erst einige Tage her, da war die Linke im Land gegenüber Schwesig noch auf Krawall gebürstet. Hintergrund: Zum TV-Duell hatte der NDR nur den AfD-Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm (56) und die SPD-Ministerpräsidentin eingeladen. Linken -Landeschef Hennis Herbst (29) nannte das „ höchst problematisch “ und warf Schwesig vor, Druck auf den Sender ausgeübt zu haben. Jetzt also die Kehrtwende: „Jede Erststimme aus dem progressiven Lager, die auf mich entfällt, steht Manuela Schwesig im direkten Vergleich mit Leif-Erik Holm nicht zur Verfügung“, erklärt Trepsdorf seinen Wahlaufruf.

Was Trepsdorf „klare Kante gegen Rechts“ nennt, ist innerparteilich umstritten. Tatsächlich war Linken-Chef Luigi Pantisano (47) zuletzt heftig kritisiert worden, als er ankündigte, in Sachsen-Anhalt im Zweifel aus „staatsmännischer Verantwortung“ den CDU -Ministerpräsidenten Sven Schulze (47) zu unterstützen – sollte sonst AfD -Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) das Rennen machen. Als Teil einer Allparteien-Allianz gegen die AfD verliere die Linke an Glaubwürdigkeit als Widerstandspartei, hieß es aus dem Parteiumfeld.

Auch ist fraglich, ob Schwesig Trepsdorfs Schützenhilfe überhaupt benötigt: Bei der Wahl vor fünf Jahren hatte sie im Wahlkreis Schwerin I mit 43,3 Prozent fast viermal so viele Stimmen erhalten wie der damalige AfD-Konkurrent Martin Schmidt (37) mit seinen 11,2 Prozent. Trotz des AfD-Umfragehochs (aktuell: 36 Prozent) dürfte Holm Schwesig im Wahlkreis also kaum wiederholen. Hinzu kommt: In Mecklenburg-Vorpommern werden die Mandate über die Zweitstimmen vergeben. Wer in Schwerin vorne liegt, ist für den Wahlausgang im Land deshalb nicht entscheidend. Für Trepsdorf persönlich ist die Prognose nach seinem Schwesig-Wahlaufruf eher düster. Er steht auf Listenplatz 36 seiner Partei, die bislang über neun Mandate verfügt.

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