Parallelen zu Union - So startete Lustrinelli in Thun
Ein glücklicher Punkt aus drei Spielen! So hatte sich Mauro Lustrinelli (50) seinen Start bei Union nicht vorgestellt. Der Schweizer kam als Meistertrainer mit vielen Vorschusslorbeeren nach Köpenick. Nach der Leverkusen-Klatsche (0:4) und der verdienten Heimpleite gegen Schalke (1:3) werden die ersten Fans bereits nervös.
Und ausgerechnet jetzt wartet am Freitag (20.30 Uhr) der schwerstmögliche Gegner: Bayern München. Punkte sind dort nicht eingeplant. Trotzdem gibt es bei den Union-Bossen keinen Grund zur Panik. Denn wer auf Lustrinellis bisherige Trainerlaufbahn blickt, erkennt schnell ein Muster: Der Lustrinelli-Effekt braucht Zeit.
In seiner ersten Saison 2022/23 holte Lustrinelli in Thun aus den ersten vier Spielen lediglich zwei Punkte und landete am Ende auf Rang sechs in der zweiten Schweizer Liga. Ein Jahr später führte Lustrinelli den Klub auf Platz zwei, in der darauffolgenden Saison zum Aufstieg. Danach krönte er das Thuner Märchen mit der Meisterschaft. Auch deshalb halten die Verantwortlichen in Köpenick die Füße still. Dass ein neuer Trainer nicht innerhalb weniger Wochen einen Klub komplett verändern kann, war ihnen bei der Verpflichtung bewusst.
Zumal der Kader längst nicht perfekt auf Lustrinellis Spielidee zugeschnitten ist. Wichtige Neuzugänge wie Aebischer (28), Imeri (26) und Uduokhai (29) kamen erst spät und müssen noch vollständig integriert werden. Auch der lange Ausfall von Andrej Ilic (26/Blinddarm-Operation) hat eine spürbare Lücke hinterlassen. Mit Emmanuel Latte Lath (27) besitzt Union zwar einen schnellen und technisch starken Angreifer. Oft fehlt ihm aber ein robuster Partner an seiner Seite, der Bälle festmacht und Räume öffnet.
Die Länderspielpause kommt für Union zum perfekten Zeitpunkt. Während in Gladbach Eugen Polanski (40) entlassen wurde, gewinnt Lustrinelli zwei Wochen zusätzliche Trainingszeit. Die wird Union auch brauchen. Denn nach dem Bayern-Spiel geht es am 10. Oktober gegen Aufsteiger Elversberg. Ein Duell, das für die Köpenicker richtungsweisend werden könnte. Danach wartet mit Dortmund direkt die nächste schwere Aufgabe. Heißt: Gegen Bayern sind Punkte ein Bonus. Die Wahrheit beginnt danach. Gegen Elversberg muss Union liefern. Denn die Konkurrenz wird im Gegensatz zu den Union-Bossen nicht darauf warten, dass Lustrinellis Idee irgendwann aufgeht.
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