Towers feiern Dreier-Fest - Pokal-Überraschung gegen „verdammte Idioten“
Der BBL -Pokal war für die Veolia Towers jahrelang eine Aneinanderreihung von Pleiten, Pech und Pannen. Erst ein einziges Mal hatten Hamburgs Basketballer im ungeliebten Wettbewerb ein Spiel gewonnen – 2023 bei Zweitligist Dresden. Nun gelang den Türmen die Überraschung: In einem Dreier-Festival schlugen sie Bundesliga-Konkurrent Rostock Seawolves überraschend mit 90:81 (48:48). Und stehen nach dem ersten Pokal-Heimsieg ihrer (kurzen) Geschichte im Achtelfinale.
Towers-Trainer Benka Barloschky baute sich nach der Schluss-Sirene im Mittelkreis auf und peitschte die Fans an. Dann machte sich das Team auf eine Ehrenrunde. „Die Halle hat uns getragen. Es war eine Riesenfreude, vor unseren Fans spielen zu dürfen, nach der langen Pause. Das war Wahnsinn heute“, schwärmte Barloschky. „Es ist immer schöner, mit einem Sieg zu starten.“
Am letzten Spieltag der vergangenen BBL-Saison waren sich die Hanse-Rivalen in Rostock zum letzten Mal in einem Pflichtspiel begegnet. Nach dem lustlosen 71:103 musste sich Towers-Boss Marvin Willoughby damals sogar bei den mitgereisten Fans entschuldigen! 124 Tage später bescherte ihnen das Los im ersten Pflichtspiel der neuen Saison gleich das Wiedersehen. In der Vorbereitung hatten die Türme vor drei Wochen ein Testspiel an der Ostsee überraschend mit 84:73 gewonnen.
Doch die Gäste erwischten vor 2066 Fans den besseren Start. Dann konterten die Towers mit einem Lauf. Dieses Muster zog sich durch die ersten 20 Minuten. Die Türme bestimmten das (hohe) Tempo – die Rostocker feuerten mit. „Das hat was von Wildwest-Shootout“, staunte Dyn-Kommentator Arne Malsch. Die Ober-Pistoleros: Hamburgs neuer Scharfschütze Noah Thomasson und Seewolf T.J. Crockett, die schon zur Pause jeweils 17 Punkte auf dem Statistikbogen hatten.
Rostocks Trainer Przemysław Frasunkiewicz passte das wilde Körbe-Tauschen so gar nicht. Vor allem das Defensivverhalten seiner Männer ließ ihm den Kamm schwellen! In der 19. Minute nahm Frasunkiewicz eine wütende Auszeit und bepöbelte seine Profis mit derben Schimpfwörtern: „Ihr verdammten Idioten!“ – war noch die jugendfreie Übersetzung …
Nach der Halbzeit erwischten die Towers den besseren Start, zogen mit einem 6:0-Lauf auf 54:48 weg. Die Defense wurde galliger, ein Dreier nach dem anderen flog durch die Reuse – und der Vorsprung wuchs auf „plus 10“ (63:53/27.). Den verteidigten die Hamburger mit hoher Intensität bis zum Ende des dritten Viertels. Der Beginn des Schlussabschnitts gehörte jedoch zunächst den Seawolves. Die Türme schwankten – aber zeigten Widerstandsfähigkeit. „Wir haben nicht aufgehört, nicht den Kopf verloren“, lobte Barloschky. „Wir haben an den Plan geglaubt und am Ende die großen Würfe getroffen.“
Rekordverdächtige 16 Dreier (50 Prozent Trefferquote) flogen in den Korb. Beste Werfer: Thomasson (27 Punkte), Crockett (24). „In jedem meiner bisherigen Teams haben wir langsamer gespielt“, sagte Hamburgs Bester. „Ich gewöhne mich daran und versuche, die beste Version meiner selbst zu werden. Und ich bin mit der Anpassung schon viel weiter, als ich erwartet hatte. Wir sind ein widerstandsfähiges Team. Wir kämpfen. Wir machen das jeden einzelnen Tag.
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