Was dahintersteckt - Virtuelle Rote Karte wird im Fußball getestet
Montevideo (Uruguay) – Das Aus des Kartons! Headset, Torlinien-Sensoren, Funk-Fahnen, teilweise sogar Kameras: Schiedsrichter sind längst mit jeder Menge Technik unterwegs. Jetzt könnte es auch zwei der letzten analogen Überbleibsel erwischen: Gelbe und Rote Karte aus Plastik sowie den Notizzettel. In Uruguay läuft bereits der Test.
Beim Pokalspiel zwischen Nacional und Rentistas (3:0) griff Schiedsrichter Eduardo Varela (39) nicht mehr in die Tasche nach den klassischen Karten. Stattdessen zückte er ein kleines Tablet, dessen Bildschirm je nach Verwarnung gelb oder rot aufleuchtete. Schon nach zwölf Minuten erwischte es Rentistas-Profi Juan Pablo Plada (28) nach einem Foul mit der ersten virtuellen Gelben. Kurz vor Schluss durfte das Tablet dann auch Rot zeigen: Nacional-Spieler Nahuel Gelos (21) flog nach einem heftigen Einsteigen mit gestrecktem Bein vom Platz.
Ganz ausgereift ist die Technik allerdings noch nicht. Die Rote Karte war auf dem Bildschirm nur schwer zu erkennen. Das Problem kennt auch der uruguayische Verband. Der Leiter der Schiedsrichterabteilung, Marcelo de León (53): „Wir haben einige Tests durchgeführt und hatten dabei Probleme mit der Beleuchtung.“ Noch ist das Tablet nur ein Pilotprojekt. Doch es könnte die Arbeit der Schiris ordentlich verändern.
Der Mini-Bildschirm kann nämlich mehr als Gelb und Rot. Auch Tore, Auswechslungen und Elfmeter lassen sich direkt während des Spiels erfassen. Der klassische Notizzettel könnte damit genauso verschwinden wie das spätere Übertragen der Ereignisse in den Spielbericht. WLAN braucht das Tablet dafür nicht. De León: „Es verbessert die administrative Arbeit des Schiedsrichters.“ Und nicht nur die Unparteiischen sollen profitieren: Auch Pressevertreter könnten die erfassten Spieldaten künftig direkt übermittelt bekommen.
Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild Sport.