Ersatz Nadir überzeugt - Remberg siegt beim HSV aus der Klinik mit
Als der HSV mit dem 1:0 gegen Stuttgart den dritten Sieg in Folge holte, lag Nicolai Remberg (26) etwa 717 Kilometer Luftlinie entfernt in seinem Krankenbett. In der Londoner Fortius-Klinik war er am Freitag von Professor Andy Williams am Kreuzband operiert worden. Die Bundesliga-Partie schaute er in seinem Patientenzimmer und jubelte in einem Instagram-Post mit drei blauen Herzen über den Erfolg.
Doch auch im Volkspark war der Kapitän sehr präsent. Ob in den Ansprachen von Stadionsprecher Christian Stübinger, auf Transparenten auf der Nordtribüne oder bei gleich mehreren Aktionen seiner Mitspieler. Die wärmten sich alle mit Rembergs Namen und der Rückennummer 21 auf dem Trikot auf. Torschütze Miro Muheim (28) jubelte sogar mit einem Remberg -Shirt.
„Rambo wird uns lange Zeit fehlen. Wir haben uns etwas überlegt“, erklärt Kapitäns-Vorgänger Yussuf Poulsen (32): „Das ist die Stärke der Mannschaft, wir sind füreinander da.“ Abwehrchef Sebastiaan Bornauw (27): „Wir stehen alle hinter ihm und er wird mit einem starken Charakter zurückkommen.“
Auch zur Party vor der Nordtribüne nahm die Mannschaft ein Remberg-Trikot mit. Präsentiert wurde es ausgerechnet von seinem Vertreter Bilal Nadir (22). Der Sommer-Zugang aus Marseille übernahm bei seinem erst zweiten Startelf-Einsatz für den HSV die Rolle des Organisators vor der Abwehr. Und löste die Aufgabe mit Bravour.
Dabei überzeugte er vor allem mit großem Einsatz und klareren Aktionen als in einigen seiner HSV -Auftritte bisher. Trainer Merlin Polzin (35): „Bilal hat heute sehr eindrucksvoll gezeigt, warum sich der HSV nicht nur im Sommer, sondern auch schon davor um ihn gekümmert hat. Er kann ein Spiel gestalten, er hat eine hohe technische Qualität, aber auch eine Balleroberungsmentalität, die sehr gewinnbringend für die Mannschaft sein kann. Deswegen ist die Entscheidung auf ihn gefallen.“
Für Nadir verzichtete der Coach auf Kofi Amoako (21), setzte für seine überraschende Lösung in der Zentrale neben dem Franzosen auf Miro Muheim (28) und Martin Adeline (22). Teamkollege Poulsen gefiel es: „Ich würde Bilal gerne herausheben. Das ist ein super Fußballer, der am liebsten am Ball ist. Wie man sieht, wie der rumspringt, in Zweikämpfe geht und bis zur letzten Minute alles gibt, ist es genau das, was wir als Mannschaft brauchen.“
Abwehrchef Bornauw: „Das Spiel, das Bilal heute macht, ist unglaublich.“ Doch das soll nur ein Anfang sein. Trainer Polzin kitzelt ihn schon und sagt: „Jetzt gilt es, das zu bestätigen und weiter hart zu arbeiten, um in dieser zentralen Rolle ein Teil der Mannschaft zu bleiben.“ Dann hätte auch Polzin auf Dauer eine Sorgenposition weniger.
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