Filmfestival in Venedig: Russell Crowe präsentiert Musik-Doku »What Love Builds«
Russell Crowe hat beim Filmfestival von Venedig seine Dokumentation »What Love Builds« vorgestellt. Der Film zeichnet seine Karriere als Musiker nach und zeigt Auftritte, Archivaufnahmen sowie persönliche Einblicke.
Dabei geht es auch um eine Frage, die den Oscarpreisträger nach eigener Aussage immer wieder begleitet: Was bedeutet ihm mehr – Musik oder Schauspiel? Für Crowe lässt sich beides ohnehin kaum voneinander trennen. »Es gibt keinen Unterschied. Alles kommt aus derselben kreativen Quelle«, erklärte Crowe bei einem Gespräch mit Journalisten.
Die Idee zu dem Dokumentarfilm entstand laut Crowe bereits vor rund 15 Jahren. Ursprünglich habe er gedacht, das Projekt innerhalb eines Jahres abschließen zu können. Stattdessen filmte er immer weiter: am Ende entstand laut Crowe eine gewaltige Menge an Material – insgesamt rund 18 Millionen Fuß beziehungsweise 5,5 Millionen Meter Filmaufnahmen.
Der in Neuseeland geborene Schauspieler gewann 2001 für »Gladiator« den Oscar als bester Hauptdarsteller und entwickelte sich mit Filmen wie »A Beautiful Mind«, »Master and Commander« und »Cinderella Man« zu einem der bekanntesten Hollywoodstars. Gleichzeitig ist Crowe als Musiker aktiv. Er ist Sänger der Band Indoor Garden Party, deren Stil Einflüsse aus Rock, Blues, Country und Gospel miteinander verbindet.
Einen großen Karriereplan habe es für ihn nie gegeben. »Ich glaube, ich habe ziemlich deutlich gemacht, dass ich meine Beziehung zu Hollywood schlecht gemanagt habe. Aber immer zu meinem Vorteil«, sagte Crowe. »Ich hatte keinen Plan und habe immer noch keinen Plan. Ich mache einfach das, was sich mir eröffnet, und verfolge die Dinge, zu denen ich eine Verbindung spüre.«
Diese Einstellung beeinflusse auch heute noch seine Auswahl an Filmrollen. Crowe erklärte, er könne 100 Drehbücher lesen – letztlich entscheide er sich aber für jenes, bei dem er unmittelbar etwas empfinde. »Wenn ich dieses Gefühl bekomme, muss ich es machen«, sagte der Schauspieler.
Der Dokumentarfilm blickt zwar auf Jahrzehnte seiner Karriere zurück, Crowe sprach in Venedig jedoch auch ungewöhnlich offen über seine Zukunft. »Ich fange an, darüber nachzudenken, wie viele Sommer ich tatsächlich noch haben könnte«, sagte der 62-Jährige.
Obwohl mehrere neue Film- und Fernsehprojekte anstehen, möchte Crowe offenbar zunehmend mehr Zeit mit seinen Söhnen in Europa verbringen. Mit einem Augenzwinkern bezeichneten die beiden diesen Plan als das »Euro Dad Project«. Crowe deutete an, dass er künftig häufiger die Familie gegenüber zusätzlichen beruflichen Verpflichtungen priorisieren möchte. Ganz auf die Musik verzichten will er allerdings nicht: Für 2027 kündigte Crowe mit Indoor Garden Party eine größere Tour durch Osteuropa an.
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