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Kultur

Psychische Erkrankungen: Weniger ADHS-Neudiagnosen bei Kindern in Thüringen

Stern ·
Psychische Erkrankungen: Weniger ADHS-Neudiagnosen bei Kindern in Thüringen

Bundesweit erhalten immer mehr junge Menschen eine Diagnose mit der Erkrankung.

Anders in Thüringen - doch Expertinnen mahnen vor falschen Rückschlüssen.

Entgegen dem Bundestrend sind in Thüringen die Neudiagnosen mit der Aufmerksamkeitsstörung ADHS bei Kindern und Jugendlichen zurückgegangen.

Die Anzahl sank 2024 im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent, wie aus dem aktuellen Kinder- und Jugendreport der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervorgeht.

Nach der Hochrechnung der DAK wurde bei rund 3.800 jungen Menschen ADHS neu diagnostiziert.

Bundesweit gab es einen Anstieg von 16 Prozent.

Engpässe bei Diagnostik Der Rückgang bei den Diagnosen im Freistaat solle jedoch nicht mit einem geringeren Bedarf an Diagnostik und Unterstützung gleichgesetzt werden, betonte Heike Reichelt, Thüringer Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Kinder - und Jugendärzt*innen (BVKJ). „Aus meiner Praxiserfahrung spielen die verfügbaren Diagnostikplätze bei der Einordnung der aktuellen Entwicklung eine wichtige Rolle“, führte sie aus. „Aus Kapazitätsgründen kann ich aktuell deutlich weniger Diagnostik bei Schulkindern durchführen und lege den Schwerpunkt auf Vorschulkinder.“ Manuela Rabe, zweite Thüringer BVKJ-Vorsitzende, verwies zudem auf die Häufigkeit der Erkrankung, die laut Report bei 5 Prozent diagnostizierten 3- bis 17-Jährigen im Bundesschnitt liegt.

Auch sie vermutet hinter dem Rückgang der Diagnosen Einschränkungen und lange Wartenzeiten bei der Versorgung. „Deshalb sollten wir genauer hinschauen, ob tatsächlich weniger ADHS -Fälle neu erkannt werden oder ob betroffene Kinder und Jugendliche die notwendige Diagnostik zunehmend schwerer erreichen.“ 3,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit ADHS-Diagnose ADHS zählt laut DAK zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Kindesalter.

Typische Merkmale sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität.

Betroffen von einer Neudiagnose waren dem Report zufolge in Thüringen knapp doppelt so viele Jungen (2.500) wie Mädchen (1.300).

Bei Mädchen war der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr mit 6 Prozent schwächer als bei Jungen mit 11 Prozent.

Für die aktuelle DAK -Sonderanalyse im Rahmen des Kinder- und Jugendreports untersuchte ein Wissenschaftsteam des Beratungs- und Datenanalyseunternehmens Vandage und der Universität Bielefeld Abrechnungsdaten von rund 19.100 Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 17 Jahren, die bei der DAK-Gesundheit in Sachsen versichert sind.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.stern.de — der Inhalt gehört Stern.

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