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Uno-Klimagipfel in der Türkei: Elektroautos, Wärmepumpen und Industrie sollen Klimaschutz ersetzen

Der Spiegel Wissenschaft ·
Uno-Klimagipfel in der Türkei: Elektroautos, Wärmepumpen und Industrie sollen Klimaschutz ersetzen

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In seiner letzten großen Rede als Uno-Generalsekretär hat António Guterres noch einmal richtig ausgeteilt: Die Ölkonzerne hätten die Erdatmosphäre jahrzehntelang als Müllabladeplatz benutzt und kräftig daran verdient, sagte Guterres am Dienstag zur Eröffnung der Uno-Generaldebatte in New York. Fast eine halbe Billion Dollar hätten allein die fünf westlichen Ölkonzerne seit Beginn des Ukrainekriegs verdient, schimpfte er, während »ganz normale Menschen« immer mehr für Energie, Lebensmittel und Versicherungen zahlten.

Fast zehn Jahre lang hat der heute 77-jährige Portugiese die Uno geleitet. In unzähligen Reden prangerte er die Klimaschuld von Konzernen an und appellierte an die Weltgemeinschaft, endlich entschlossen zu handeln, um die Folgen der Klimakrise einzudämmen. Seine wütenden Reden und verzweifelten Rufe nach Gerechtigkeit waren geradezu berüchtigt. In den vergangenen Jahren nahm kaum noch jemand Notiz von ihnen. Es wirkte, als hätten sich die Superlative abgenutzt, die Angriffe auf Konzernchefs liefen ins Leere. Außer reden und mahnen kann der Uno-Chef halt nicht viel tun, um die Welt zu retten.

Am Ende liegt das bei den Ländern selbst. Und die tun bisher nicht genug, um den Klimawandel zu stoppen. Erst kürzlich musste die Uno das im Pariser Weltklimavertrag vereinbarte Klimaziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitraum zu begrenzen, für vorerst gescheitert erklären ( Lesen Sie hier mehr ).

Die rund 200 Mitgliedstaaten des Parisvertrages treffen sich im November wieder zur jährlichen Uno-Klimakonferenz, der COP31, in Antalya. Dort will das Gastgeberland Türkei sie zu mehr Klimaschutz motivieren. Seit dieser Woche ist auch klar, wie: Auf der zweiwöchigen Konferenz soll ein Elektrifizierungsziel beschlossen werden. In dem am Dienstag veröffentlichten Aufruf »35 by 35« geht es aber nicht allein um die Mitgliedstaaten. Vielmehr fordert die Türkei auch Unternehmen, Investoren, Städte und Organisationen auf, den weltweiten Stromanteil am Endenergieverbrauch bis 2035 auf 35 Prozent zu erhöhen – durch mehr erneuerbare Energien, moderne Netze, Speicher, Investitionen und eine sozial gerechte Elektrifizierung.

Klug ist dieser Schachzug, weil sich Elektrifizierung erst einmal nicht so sehr nach Klimaschutzmaßnahmen anhört, die manche Länder gerade eher zurückstellen. Vielmehr klingt es nach Energiepolitik. Das kommt gut an in einer Phase, in der Lieferketten von Öl und Gas durch den Irankrieg und die Blockade von mittlerweile zwei Meerengen in Nahost gefährdet sind ( Lesen Sie hier mehr zu den Blockaden). Fossile Energien sind teuer und unzuverlässig, weltweit steigen die Spritpreise. Regierungen wie in Deutschland müssen das zum Beispiel mit dem Tankrabatt auffangen.

Um sich gute Argumente für ihr Elektrifizierungsziel zu holen, haben die COP-Gastgeber zudem die Internationale Energieagentur (IEA) beauftragt, einen Realitätscheck vorzunehmen.

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